2009.03.23 Neuss : Klinsmann stimmt Löws Kritik zu

Jürgen Klinsmann hat Bundestrainer Joachim Löw den Rücken gestärkt. Der Trainer von Bayern München äußerte Verständnis für dessen Kritik am sportlichen Zustand der Bundesliga.

kls
Bayern-Coach Jürgen Klinsmann

Jürgen Klinsmann von Rekordmeister Bayern München hat Bundestrainer Joachim Löw den Rücken gestärkt und Verständnis für dessen Kritik am sportlichen Zustand der Bundesliga gezeigt. "Jogi hat niemandem gesagt, was er machen muss", sagte der Bayern-Coach in einem kicker-Interview, "er hat eine Bestandsaufnahme gemacht und ist zu dem völlig richtigen Ergebnis gekommen".

Mit Blick auf die internationale Spitze hatte Löw zuletzt mehrmals Kritik an der zu langsamen Spielweise der Bundesliga-Klubs geübt, gerade im läuferischen Bereich seien große Defizite zu erkennen. "Das ist keine Kritik, das ist ein berechtigter Hinweis", sagte Klinsmann und unterstützte seinen ehemaligen Assistenten, "wenn wir ins Champions-League-Finale wollen, wenn wir bei Europa- oder Weltmeisterschaften was erreichen möchten, dann müssen wir in der Lage sein, das Tempo der ganz Großen mitzugehen".

Klinsmann: Konstanz und geistige Auffassung in der Liga fehlen

Es gehe darum, "den Gegner im Vollsprint zu attackieren, nicht mit 70 Prozent", konkretisierte der Bayern-Trainer, der die fehlende Bereitschaft auch bei seiner Mannschaft zuletzt mehrfach angemahnt hatte.

Im Gegensatz zur Champions League fehle "einfach die Konstanz und die geistige Auffassung, auch in der Liga alles abrufen zu müssen. Das tun wir immer erst, wenn es für uns fünf vor zwölf ist. Mit dem Rücken zur Wand stehen wir am besten", sagte Klinsmann. Unterdessen hat der Bayern-Coach einmal mehr die Hoffnung geäußert, dass Uli Hoeneß als Manager des FC Bayern doch noch etwas länger zur Verfügung steht. "Es gibt noch unheimlich viel zu tun. Die Weltwirtschaftskrise wird auch den Fußball in den nächsten Monaten brutal treffen. "Deshalb sei er "natürlich" dafür, sagte Klinsmann, dass Hoeneß seinen am Jahresende geplanten Umzug vom Manager- auf den Präsidentenstuhl noch einmal verschiebt: "Seine Entscheidung ist ja noch nicht zu 100 Prozent gefallen, da muss er sich erst im Klaren sein."