2009.03.24 Neuss : Hoeneß hat aus Ärger um Podolski gelernt

Bayern München wird für Lukas Podolski keinen namhaften Ersatz holen. "Lieber habe ich mal einen Engpass als eine ganze Saison ein Theater wie mit Lukas", sagte Manager Uli Hoeneß.

bb
Bayern-Manager Uli Hoeneß

Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß hat trotz der aktuell schlechten Erfahrungen den Einkauf eines weiteren Angreifers für die kommende Saison ausgeschlossen. "Wir haben uns dazu entschlossen, in die kommende Saison mit Luca Toni, Miroslav Klose, Ivica Olic und Thomas Müller zu gehen. Lieber habe ich mal ein paar Wochen einen Engpass als eine ganze Saison ein Theater wie mit Lukas Podolski", sagte Hoeneß dem Münchner Merkur.

Allerdings sollen die Bayern Interesse an Mittelfeldspieler Aiden McGeady von Celtic Glasgow haben. In der Sun wird der irische Nationalcoach Giovanni Trapattoni zitiert, dass die Münchner zuletzt seine Meinung über den irischen Nationalspieler eingeholt hätten. Der 22 Jahre alte McGeady, dessen Marktwert bei sieben Millionen Euro liegen soll, sei einer seiner "wichtigsten Spieler", sagte der ehemalige Bayern-Trainer.

Talent Müller steht bei Hoeneß hoch im Kurs

Im Angriff gibt es für Hoeneß aber trotz der durch die Verletzungen von Toni und Klose angespannten Situation keinen Grund zum Umdenken: "Wenn wir einen weiteren fertigen Spieler holen würden, würde Thomas Müller doch wieder nur auf der Bank sitzen. Aber wir wollen einem jungen Spieler hier mal wieder eine Chance geben."

Zudem stellte der Bayern-Manager klar, dass es für Podolski, der im Sommer für rund zehn Millionen Euro nach Köln zurückkehrt, "kein Rückkaufsrecht gibt". Zuletzt hatte Trainer Jürgen Klinsmann die Möglichkeit skizziert, dass der 23 Jahre alte Nationalspieler irgendwann wieder beim FC Bayern spielen könnte.

Über seinen Nachfolger als Manager beim FC Bayern meinte Hoeneß im Merkur, "dass wir nicht nur einen Sportchef suchen, sondern auch einen Mann im Marketing-/Sponsoringbereich". Bei den Gesprächen lasse man sich Zeit, "vielleicht bis zur Jahreshauptversammlung im Dezember".

"Ein Uli Hoeneß lässt den FC Bayern nie im Stich"

Dass er selbst noch über den 31. Dezember 2009 hinaus als Manager zur Verfügung steht, ist laut Hoeneß nicht geplant: "Das wäre das Worst-Case-Szenario. Das ist nicht unser Ziel. Aber eins muss man auch mal sagen: Ein Uli Hoeneß lässt den FC Bayern nie im Stich." Hoeneß soll ab 1. Januar 2010 Präsident beim Rekordmeister werden.

Kritisch äußerte sich Hoeneß derweil über die Angriffe von Bundestrainer Joachim Löw auf die Bundesliga. "Mich stört an der ganzen Diskussion, dass immer, wenn so Länderspiele gegen Liechtenstein oder Andorra vor der Tür stehen, die zuständigen Herren vom DFB der Bundesliga zeigen wollen, wie man Fußball spielt", meinte Hoeneß: "Die sollten uns in den Vereinen besuchen und uns dort nachweisen, dass wir falsch arbeiten. Dann können wir gerne darüber reden."

Löw hatte vor allem Defizite im Tempo bei den Bundesligisten bemängelt. Bei einer Trainertagung am Wochenende waren die Diskrepanzen ausgeräumt worden. Hoeneß legte dennoch nach: "In England wurde früher auch schneller gespielt als in Deutschland - und trotzdem haben wir gegen die öfter mal gewonnen."