2009.03.29 Neuss : Doppelsieg für Brawn-Mercedes in Australien

Jenson Button und Rubens Barrichello haben Brawn-Mercedes einen Doppelsieg beim Großen Preis von Australien beschert. Sebastian Vettel schied drei Runden vor dem Ende aus.

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Jenson Button (r.) und Rubens Barrichello feiern den Doppelsieg

Der deutsche Hoffnungsträger Sebastian Vettel hat beim sensationellen Brawn-Doppelsieg zum Formel-1-Auftakt 2009 in Melbourne mit einem Eigentor einen sicheren Podestplatz verspielt. "Ich bin ein Idiot, das tut mir sehr, sehr, sehr leid", sagte der 21-Jährige nach einer Rodeo-Einlage seinem Red-Bull-Team über Funk. Vettel riskierte im Kampf um Platz zwei gegen den schnelleren Robert Kubica im BMW-Sauber zuviel und riss sich und den Polen vier Runden vor Schluss aus dem Rennen.

Bis dahin hatte Vettel nach einer blitzsauberen Leistung sogar an seinem zweiten Sieg geschnuppert, doch Jenson Button war im "gedopten" Brawn-Mercedes einfach zu schnell. Der Brite feierte vor rund 100.000 Zuschauern beim Großen Preis von Australien, der von Protesten und Chaos geprägt war, seinen zweiten Grand-Prix-Erfolg nach Ungarn 2006.

Button fuhr die letzten Kilometer im Albert Park im Schongang und lag nach 58 Runden und in einer Safety-Car-Phase 0,8 Sekunden vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello (Brasilien). Als Dritter ins Ziel kam zunächst Jarno Trulli (Italien) im Toyota vor Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien), der im McLaren-Mercedes nur vom 18. Platz gestartet war und erfolgreich Schadensbegrenzung betrieb. Nachträglich rutschte er sogar noch auf Platz drei vor, da Trulli ihn während einer Safety-Car-Phase verbotenerweise überholt hatte und dafür 25 Sekunden Zeitstrafe erhielt.

Glock bester deutscher Fahrer

Bester der fünf deutschen Fahrer war Timo Glock (Wersau), der durch die Rückversetzung seines Teamkollegen Trulli auf Rang zwölf im zweiten Toyota auf Platz vier vorrückte. Nico Rosberg (Wiesbaden), der lange Zeit sogar auf Podestkurs fuhr, musste sich nach einem Fehler bei der Reifenwahl letztlich im Williams-Toyota mit Rang sechs begnügen. Adrian Sutil (Gräfelfing) landete im Force-India-Mercedes auf Position neun. Das deutsche Schlusslicht im Ziel war Nick Heidfeld (Mönchengladbach), der im BMW-Sauber auf Platz zehn enttäuschte.

Button fuhr die letzten Kilometer im Albert Park im Schongang und lag nach 58 Runden und in einer Safety-Car-Phase 0,8 Sekunden vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello (Brasilien). Dritter wurde Jarno Trulli (Italien) im Toyota vor Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien), der im McLaren-Mercedes nur vom 18. Platz gestartet war und erfolgreich Schadensbegrenzung betrieb.

Bester der fünf deutschen Fahrer war Timo Glock (Wersau), der im Toyota den fünften Platz belegte. Nico Rosberg (Wiesbaden), der lange Zeit sogar auf Podestkurs fuhr, musste sich nach einem Fehler bei der Reifenwahl letztlich im Williams-Toyota mit Rang sieben begnügen. Adrian Sutil (Gräfelfing) landete im Force-India-Mercedes auf Position zehn. Das deutsche Schlusslicht im Ziel war Nick Heidfeld (Mönchengladbach), der im BMW-Sauber auf Platz elf enttäuschte.

Ob Button den Sieg behalten darf, muss das Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA am 14. April in Paris entscheiden. Dann wird der Protest von Ferrari, Renault und Red Bull gegen Brawn, Toyota und Williams verhandelt. Nach Ansicht der Kläger fahren die Rivalen mit einem illegalen Heck-Diffusor, der pro Runde einen Vorteil von mindestens einer halben Sekunde bringen soll.

Letztmals hatte ein neues Team vor 32 Jahren gleich das erste Rennen gewonnen. 1977 siegte der Südafrikaner Jody Scheckter beim Großen Preis von Argentinien in einem Auto von Wolf.

Debakel für Ferrari

Ein Debakel erlebte das Weltmeister-Team Ferrari, da half auch der Blitzbesuch von Berater Michael Schumacher nicht. Ex-Champion Kimi Räikkönen (Finnland) schied nach einem Mauer-Crash aus, der WM-Zweite Felipe Massa (Brasilien) musste mit technischem Defekt aufgeben.

Beim Start wurde das pfeilschnelle Brawn-Duo Button und Barrichello erstmal gesprengt. Der Brasilianer kam nicht richtig in die Gänge und fiel vom zweiten auf den siebten Platz zurück. Ganz vorn enteilte Button dem Feld. Nur Vettel konnte mit dem Briten, der zum vierten Mal in seiner Karriere auf der Pole Position stand, zunächst mithalten.

Pech hatten Heidfeld und Sutil, die beide in eine Karambolage in der ersten Kurve verwickelt waren und zur Reparatur ihrer Autos in die Box mussten. Mit einer Runde Rückstand fuhren sie schließlich dem Feld hinterher. Für einen anderen Bruchpiloten war das Rennen gelaufen, der Finne Heikki Kovalainen fuhr mit seinem beschädigten McLaren-Mercedes direkt in die Garage.

Vettel legte von den Topfahrern den ersten Boxenstopp ein (17. Runde), Rosberg folgte direkt dahinter. Bei der Williams-Mannschaft klemmte es allerdings, der 23-Jährige stand 21,1 Sekunden und fiel vom dritten auf den 12. Rang zurück.

Nakajima sorgt für erste Safety-Car-Phase

Nachdem Button in der 19. Runde seinen Halt eingelegt hatte, musste das Safety Car auf die Strecke. Der Grund: Der Japaner Kazuki Nakajima hatte den Williams in die Mauer gesetzt. Nach vier Runden war das Rennen wieder freigegeben. Button blieb vorn, gefolgt von Vettel und Massa.

Nach einem tollen Zwischenspurt saß Kubica im BMW-Sauber Vettel im Nacken. Der Pole legte von der Spitzengruppe als erster Fahrer seinen zweiten Halt ein (39. Runde) und rutschte zunächst auf den sechsten Platz zurück. Als dann auch Vettel (46.) und Button (47.) ihren zweiten Stopp absolviert hatten, war die alte Reihenfolge wieder hergestellt. Vettels Crashkurs wirbelte dann die Podestplätze in der turbulenten Schlussphase durcheinander.