2009.03.30 Neuss : Bierhoff warnt: "Keine Punkte liegenlassen"

Mit einem Sieg im Schlüsselspiel gegen Wales will das DFB-Team weiter direkten Kurs auf die WM nehmen. "Wir dürfen in Wales keine Punkte liegenlassen", so Oliver Bierhoff.

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Oliver Bierhoff will alle Punkte aus Wales mitnehmen

Aufbauarbeit für Mario Gomez und Pflege für Bastian Schweinsteiger: Trotz der seit 643 Minuten anhaltenden Torflaute von Gomez und der leichten Verletzung von Schweinsteiger will die deutsche Nationalmannschaft mit einem Sieg im Schlüsselspiel gegen Wales am Mittwoch (20.45 Uhr/live in der ARD) den ärgsten Konkurrenten Russland auf Distanz und weiter direkten Kurs auf die WM 2010 in Südafrika halten.

"In Wales auf keinen Fall Punkte liegenlassen"

"Wir wollen unsere Tabellenführung weiter ausbauen und uns möglichst schon vor dem Spiel gegen Russland im Oktober für die WM qualifizieren, damit wir dann nicht so eine Drucksituation haben. Deshalb dürfen wir in Wales auf keinen Fall Punkte liegenlassen", sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, der keine Zweifel an einem Sieg der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat: "Wir sind Vize-Europameister. Da muss es unser Anspruch sein, auch auswärts gegen eine Mannschaft wie Wales zu gewinnen."

Für die Tore im richtungweisenden WM-Qualifikationsspiel gegen die kampfstarken Briten soll endlich auch wieder der in der Nationalmannschaft seit 13 Spielen erfolglose Angreifer Gomez sorgen. Joachim Löw gab dem 23-Jährigen im Anschluss an das 4:0 gegen Liechtenstein, seinem 25. Sieg als Bundestrainer, eine Einsatzgarantie für das Duell mit den Walisern und hofft, dass beim Deutsch-Spanier vor der fünfmonatigen Pflichtspielpause der DFB-Auswahl nun der Knoten platzt.

"Ich habe absolutes Vertrauen in Mario. Auch Miroslav Klose hatte vor seinen drei Treffern in Finnland eine Durststrecke, auf einmal klappt es dann bei Stürmern wieder", sagte Löw, der seinen frustrierten Schützling nach dem Liechtenstein-Spiel auch nicht auf die Couch zu Nationalmannschafts-Psychologe Hans-Dieter Hermann schicken musste: "Nein, Mario ist relativ selbstbewusst und geht ohnehin kritisch mit seinen Leistungen um. Ich habe am Sonntag noch einmal mit ihm gesprochen, er glaubt weiter an seine Qualitäten."

Bierhoff griff dann allerdings doch in die psychologische Trickkiste, damit Gomez beim Charaktertest in Wales seine Torflaute endgültig zu den Akten legen kann. "Es ist eine reine Kopfsache", sagte Bierhoff und las ein Zitat des früheren Basketball-Weltstars Michael Jordan vor: "Ich habe in meiner Karriere 9000 Würfe daneben geworfen, fast 300 Spiele verloren und 26-mal wurde mir der entscheidende Wurf anvertraut - und ich habe ihn verfehlt. Ich habe in meinem Leben immer und immer wieder versagt, und daher war ich so erfolgreich."

Die sportliche Leitung und die Mannschaft stehen also weiter geschlossen hinter Gomez, und der Schwabe will das Vertrauen so schnell es geht zurückzahlen. "Ich werde in Wales wieder mein Bestes geben. Wenn's reicht zu gewinnen, bin ich glücklich. Wenn ich noch ein Tor dazu machen kann, bin ich umso glücklicher. Ich kann mir ja auch nicht erklären, warum es in der Nationalmannschaft im Moment nicht klappt", sagte Gomez, dem Löw nach dem Spiel am Samstag sagte: "Du machst in Wales dein Tor."

Entwarnung bei Schweinsteiger

Entwarnung konnte Bierhoff bei Bastian Schweinsteiger vermelden. Der Mittelfeldspieler von Rekordmeister Bayern München hatte am Montagmorgen wegen Adduktorenproblemen die letzte Einheit vor dem Abflug nach Wales abbrechen müssen, soll aber am Dienstag wieder normal ins Mannschaftstraining einsteigen. "Sein Einsatz am Mittwoch ist nicht in Gefahr. Dass er das Training abgebrochen hat, war eine reine Vorsichtsmaßnahme", sagte Bierhoff.

Trotz der Rückkehr von Mittelfeldspieler Piotr Trochowski, der seine Innenbanddehnung auskuriert hat, wird Löw vermutlich kaum Änderungen in der Startelf vornehmen. Marcell Jansen ist nach seiner starken Leistung gegen Liechtenstein im linken Mittelfeld gesetzt, Trochowski wird wohl zunächst nur auf der Bank sitzen. Und Robert Enke kann sich mit einer guten Leistung im Härtetest gegen Wales nach der verletzungsbedingten Abreise von Konkurrent Rene Adler die Pole Position im Rennen um die Nummer eins im deutschen Tor sichern.