2009.03.30 Neuss : Massenpanik fordert 19 Tote bei WM-Qualifikation

Beim WM-Qualifikations-Spiel zwischen Gastgeber Elfenbeinküste und Malawi hat es eine Massenpanik gegeben. Dabei starben 19 Menschen in Abidjan, 132 wurden verletzt.

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22 Tote bei WM-Qualifikation in Abidjan

19 Tote und mehr als 132 Verletzte hat es bei einer Massenpanik im Qualifikationsspiel zur WM zwischen der Elfenbeinküste und Malawi (5:0) gegeben. Nach ersten Medienberichten ist im Stadion Houphouet-Boigny der ivorischen Hauptstadt Abidjan eine Mauer eingestürzt. Offenbar hatten Auseinandersetzungen eine Panik in der deutlich überfüllten Arena ausgelöst. Angeblich sollen 50.000 Menschen in das maximal 35.000 Zuschauer fassende Stadion geströmt sein.

"Wir hatten Mühe, die Vorfälle zu begreifen"

"Das ist ein nationales Drama. Wir waren schockiert und fassungslos. Wir hatten Mühe, die Vorfälle zu begreifen", sagte Didier Drogba. Der Stürmerstar der Elfenbeinküste ergänzte: "Das sind die Dinge, die die Entwicklung des Fußballs in Afrika beeinträchtigen."

In einer ersten Reaktion drückte FIFA-Präsident Joseph Blatter den Angehörigen der Toten sein Mitgefühl aus. "Im Namen der FIFA und der Weltgemeinschaft des Fußballs möchte ich gegenüber den Betroffenen unsere große Trauer und unser Beileid zum Ausdruck bringen", erklärte der Schweizer in einer offiziellen Kondolenzmitteilung. Von den örtlichen Behörden forderte die FIFA eine genaue Untersuchung der Katastrophe.

Viele Fußball-Fans waren gekommen, um die in Europa spielenden Stars der Elfenbeinküste zu bewundern, unter anderem Didier Drogba und seinen Vereinskameraden Salomon Kalou vom FC Chelsea, dem Klub des deutschen Nationalmannschafts-Kapitäns Michael Ballack. Ebenfalls eingesetzt wurden Kolo Toure and Emmanuel Eboue vom FC Arsenal.

Erst am 10. Februar waren in Kumasi/Ghana vier Menschen ums Leben gekommen. Sie erstickten beim Schlagerspiel zwischen Asante Kotoko und Hearts of Oak im völlig überfüllten Baba-Yara-Stadion. Offiziellen Angaben zufolge hatten die Behörden über 60.000 statt der lediglich zugelassenen 44.000 Zuschauer in die Arena gelassen.

Mitte September 2008 waren in der Demokratischen Republik Kongo 13 Tote und 54 Verletzte die Folge von Ausschreitungen bei einem Fußball-Spiel in Butembo. Die Massenpanik sei ausgelöst worden, als der Torhüter des zurückliegenden Klubs Nyuki versuchte, das Spiel durch Hexerei zu drehen, berichtete das von den Vereinten Nationen unterstützte Radio Okapi.

Drei Monate zuvor waren Anfang Juni neun Menschen beim Qualifikationsspiel zur Fußball-WM zwischen Liberia und Gambia (1:1) ums Leben gekommen. Die Zuschauer wurden dreieinhalb Stunden vor Spielbeginn an Zäunen zerquetscht oder zu Tode getrampelt, nachdem UN-Soldaten und die Polizei das völlig überfüllte Stadion in Monrovia aus Sicherheitsgründen geschlossen hatten.