2009.03.30 Neuss : Rogge macht Afrika Mut für Olympia 2020

IOC-Präsident Jacques Rogge glaubt fest daran, dass die Olympischen Spiele schon bald in Afrika stattfinden werden. Als "Testlauf" soll die Fußball-WM 2010 in Südafrika fungieren.

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IOC-Präsident Jacques Rogge

Jacques Rogge gibt sich optimistisch, dass der Schwarze Kontinent nach einer erfolgreichen Fußball-WM 2010 in Südafrika auch reif für Olympische Spiele ist. Dies könnte nach Auffassung des Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) etwa 2020 der Fall sein. Dann biete auch Südamerika bessere Voraussetzungen für ein erstes Olympia.

"Ich bin zuversichtlich, dass dies mit einigem zeitlichen Abstand, vielleicht einer Dekade, möglich sein wird", erklärte Rogge am Montag im neuseeländischen Wellington. "Wir würden sehr gerne Olympische Spiele in allen Kontinenten und Sub-Kontinenten sehen. Wir brauchen Kandidaten, aber bisher hat sich Afrika nicht beworben." Nachdem Südafrika die WM ausgerichtet hat, werde es laut Rogge möglicherweise "andere Kandidaten aus Afrika geben".

Vergabe für 2016 erfolgt am 2. Oktober

Der IOC-Präsident bezeichnete eine Verbesserung der Infrastruktur und organisatorischer Voraussetzungen als notwendig für eine Bewerbung Afrikas. Andererseits versuche das IOC, künftigen Bewerbern durch Reduzierung der Kosten für Olympische Spiele entgegenzukommen. Doch dabei müsse man bedenken, dass die Athleten "sehr gut organisierte Spiele" verdienten. Er wolle es nicht erleben, dass er den Sportlern sagen müsse, man habe sein Bestes getan, aber es wären keine guten Spiele gewesen, man wolle es das nächste Mal besser machen. Für viele Athleten gebe es kein nächstes Mal.

Rogge weilte als Gast bei der Tagung der Nationalen Olympischen Komitees Ozeaniens in Queenstown. Dort präsentieren Madrid, Tokio, Paris und Rio de Janeiro ihre Bewerbungen für die Sommerspiele 2016. Die Vergabe erfolgt am 2. Oktober dieses Jahres in Kopenhagen.

Rogge bremst Howmans Aussagen

Ein drohendes Olympia-Aus für den Fußball ist für Rogge im Streit um die Durchführung der Dopingkontrollen zwischen Fußball-Weltverband FIFA, der Europäischen Fußball-Union (UEFA) mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) derzeit kein Thema.

Rogge stellte sich zwar klar an die Seite der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), stoppte aber Aussagen, wie sie deren Generalsekretär David Howman fünf Tage zuvor getroffen hatte. Rogge dementierte dabei allerdings auch nicht, dass dem Fußball in letzter Konsequenz doch der Olympiabann drohen könne.

Howman hatte der Nachrichtenagentur reuters zu dem seit 1. Januar geltenden und 2007 auch mit Unterstützung der FIFA beschlossenen neuen Dopingmeldesystem gesagt: "Es handelt sich um eine IOC-Charta, und nicht-konforme Verbände können aus dem olympischen Programm ausgeschlossen werden."

Rogge stellte klar: "Es gibt keinen Zweifel, dass das IOC für die neue Regel eintritt. Sie schafft die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Anti-Doping-Kampf. Alle internationalen Fachverbände haben Ende 2007 in Madrid den Neuerungen zugestimmt. Aber in manchen Verbänden ist das nicht bis zu den Athleten durchgesickert."