2009.04.01 Neuss : DHB spricht harte Strafe gegen Draguhn aus

Wegen eines verpassten Dopingtests wurde Sebastian Draguhn von der DHB-Anti-Doping-Kommission für ein Jahr gesperrt. Der Hockey-Nationalspieler hat für das Urteil kein Verständnis.

bb
Sebastian Draguhn fühlt sich ungerecht behandelt

Weltmeister Sebastian Draguhn ist von der Anti-Doping-Kommission des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) ab dem 26. März für ein Jahr gesperrt worden. Dem 25-Jährigen vom Bundesligisten Schwarz-Weiß Neuss wird die Verweigerung einer unangemeldeten Dopingkontrolle vorgeworfen. Die Kommission hat in ihrem Urteil allerdings festgestellt, dass den Athleten keine "signifikante Schuld" trifft.

Draguhn ist damit für den nationalen und internationalen Spielverkehr in den kommenden zwölf Monaten gesperrt. Er steht damit der Nationalmannschaft für die Europameisterschaft im August und der Weltmeisterschaft im März 2010 in Indien nicht zur Verfügung. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Draguhn hat zwei Wochen Zeit, Berufung vor einem unabhängigen Gericht einzulegen und wird dies voraussichtlich auch tun.

Geahndet wurde ein Vorfall, der sich im August 2008 zutrug. Draguhn, der als 17. Spieler den Sprung in den Kader für die Olympischen Spiele knapp verpasst hatte, wurde bei einem Besuch des Neusser Schützenfestes auf dem Handy von einem Kontrolleur der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) kontaktiert. Zu einem Treffen und Abgabe einer Probe kam es jedoch nicht. Draguhn war davon ausgegangen, dass der Sachverhalt lediglich eine "versäumte Kontrolle" darstellte, die eine Verwarnung zur Folge gehabt hätte.

Draguhn: "Fühle mich absolut ungerecht behandelt"

"Ich bin über dieses Urteil fassungslos und fühle mich absolut ungerecht behandelt", erklärte der Spieler in einer Stellungnahme, "während einer gesellschaftlichen Verpflichtung mit großer Geräuschkulisse erhielt ich den Anruf eines Kontrolleurs, den ich kaum verstehen konnte."

DHB-Sportdirektor Rainer Nittel betonte: "Es ist ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass das Urteil in keiner Weise auf dem Nachweis der Einnahme einer verbotenen Substanz beruht." Die Situation sei für alle Beteiligten eine ganz bittere Situation. "Der DHB hat sich im Anti-Doping-Kampf uneingeschränkt den Richtlinien der NADA unterworfen", erklärte Nittel: "Es tut mir persönlich leid, dass Sebastian offensichtlich damals die Situation falsch interpretiert hat.