2009.04.02 Neuss : Ahlmann: "Ich bin extrem enttäuscht"

In einem SID-Interview spricht der zum Dopingsünder erklärte Christian Ahlmann über seine Enttäuschung hinsichtlich des Urteils des Internationalen Sportgerichtshofs CAS.

bno
Christian Ahlmann

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat Springreiter Christian Ahlmann zum Dopingsünder erklärt und den ehemaligen Doppel-Europameister am Donnerstag für acht Monate gesperrt. In einem Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) spricht Ahlmann über seine Enttäuschung.

SID: "Herr Ahlmann, der Internationale Sportgerichtshof CAS hat sie nun doch zum Doping-Sünder abgestempelt. Wie reagieren Sie darauf?"

Christian Ahlmann: "Ich bin extrem überrascht und enttäuscht. Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Das muss ich erst einmal sacken lassen."

SID: "Wie und wo haben Sie vom Urteil erfahren?"

Ahlmann: "Am Donnerstag in Italien, in Arezzo. Dort habe ich schon in den vergangenen zwei Wochen Prüfungen geritten. Ich wollte gerade mit einem Nachwuchspferd in den Parcours reiten, als das Handy klingelte und mein Anwalt dran war. Normalerweise telefoniere ich nicht beim Reiten. Doch ich wusste, dass es etwas Wichtiges ist. "

SID: "Sie wurden erneut gesperrt und müssen nun eine Zwangspause bis zum 20. April einlegen. Wie bitter ist das?"

Ahlmann: "Sehr, wenn man wieder nicht reiten darf. Ich bin sofort aus Italien abgereist. Ursprünglich wollte ich in Arezzo am Wochenende beim Turnier der Global Champions Tour antreten, doch das geht ja nicht mehr. Das ist alles sehr ärgerlich."

SID: "Können Sie sich erklären, warum der CAS dem Weltverband widersprach und nun doch auf Doping entschieden hat?"

Ahlmann: "Nein, ich kann mir das Urteil auch nicht erklären. Bei der Anhörung durch den CAS am 5. März wurden nach meiner Kenntnis keine neuen Ermittlungsergebnisse bekannt. Alle Kontrollen darüber, ob das bei Cöster gefundene Mittel Capsaicin auf die Beine des Pferdes geschmiert worden war, waren negativ, so dass ich von keiner Doping-Einstufung ausgegangen bin. Warum es jetzt allerdings anders kam, weiß ich auch nicht."

SID: "Wie verhalten Sie sich jetzt?"

Ahlmann: "Wir müssen jetzt erst einmal die Urteilsbegründung abwarten, die ja bislang noch nicht vorliegt. Vorher kann man nichts machen. Aber ich bin schon extrem enttäuscht und fühle mich - ehrlich gesagt - beschissen."