2009.04.02 Neuss : Ballack: "Für uns zählen am Ende nur drei Punkte"

Trotz einer stellenweise mäßigen Leistung hat die deutsche Nationalelf Wales mit 2:0 (1:0) geschlagen. Kapitän Michael Ballack zeigte sich im Interview nach dem Spiel zufrieden.

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Michael Ballack erzielte das 1:0

Nach dem WM-Qualifikationsspiel gegen Wales in Cardiff äußerte sich Michael Ballack zum 2:0-Sieg. Der Kapitän schildert im Interview auch seinen Disput mit Stürmer Lukas Podolski während des Spiels.

Frage: "Wie beurteilen Sie den 2:0-Erfolg in Wales?"

Michael Ballack: "Das war ein ganz wichtiger Sieg. Für uns zählen am Ende nur die drei Punkte. Wir wollten gegen Liechtenstein und Wales gewinnen und haben unser Ziel erreicht. Nach der Sommerpause starten wir als Tabellenführer in die Endphase der WM-Qualifikation, das ist auch psychologisch sehr wichtig. Wir wollen uns als Gruppenerster direkt qualifizieren und haben nun weiter alles selbst in der Hand. Spielerisch haben wir aber Luft nach oben, denn auch gegen die Waliser haben wir nur zeitweise überzeugt. Es gab auch viel Leerlauf bei uns, da müssen wir uns noch verbessern. Im Gegensatz zu den Niederlagen gegen England und Norwegen war aber eine deutliche Steigerung erkennbar."

Frage: "Für große Aufregung sorgte die Szene in der 67. Minute, als sie heftig mit Lukas Podolski aneinandergeraten sind und er gegen sie sogar handgreiflich wurde. Was war da genau los?"

Ballack: "Ich habe ihm was zu taktischen Dingen gesagt, die ich als Kapitän ansprechen muss. Es ging um Laufwege, eigentlich nichts Besonderes. Aber er war mit dieser Kritik offensichtlich nicht einverstanden. Das ist in Ordnung, wenn er anschließend mit mir oder dem Trainer intern darüber redet. Aber auf dem Platz darf so etwas nicht passieren, das wirft ein schlechtes Licht auf uns. Und handgreiflich darf er auf keinen Fall werden. Auf dem Platz hat er das zu machen, was ich als Kapitän sage. Alles andere kann man anschließend regeln."

Frage: "Ist Ihr Verhältnis zu Podolski nun dauerhaft gestört?"

Ballack: "Nein, denn ich bin nicht nachtragend. Wir haben uns bereits nach dem Spiel wieder kurz in die Augen geschaut und werden den Disput in einem Gespräch bereinigen. Klar ist aber auch, Lukas ist einer junger Spieler, der noch viel zu lernen hat. Das muss er akzeptieren."

Frage: "Können Sie sich denn vorstellen, warum er so wirsch reagiert hat?"

Ballack: "Ich denke, dass er mit sich und seiner Leistung selbst nicht zufrieden war. Und dann bekommt man auch noch verbal einen drauf, und schon kochen die Emotionen hoch."

Frage: "Gegen die Waliser hat Joachim Löw auf ein System mit einer Spitze und zwei defensiven Akteuren vor der Abwehr gesetzt. Ist das ein System für die Zukunft?"

Ballack: "Wir haben hin und wieder ja schon so gespielt. Ich denke, dass der Trainer gerade bei Auswärtsspielen gerne auf dieses System setzt. Es ist sicherlich eine Alternative, auch wenn wir gegen Wales nicht alles perfekt umgesetzt haben. Dafür, dass wir zwei Absicherungen vor der Viererkette hatten, sind die Waliser zu oft in unseren Strafraum gekommen."