2009.04.02 Neuss : Button von null auf hundert

Jenson Button ist nach dem Sieg beim Saisonauftakt in Melbourne WM-Mitfavorit. Dabei war vor wenigen Woche nicht mal klar, ob der Brawn-Pilot überhaupt in einem Auto sitzen würde.

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Jenson Button

Vor ein paar Wochen stand er noch ohne Auto auf der Straße, jetzt ist Jenson Button der Formel-1-König auf der Piste. Nach seinem Sieg beim Auftaktrennen in Melbourne führt der Brite erstmals in seiner Karriere die WM-Wertung an und lässt das Vereinigte Königreich nach Lewis Hamiltons Krönung von neuen Heldentaten träumen.

Doch die Wochen der Ungewissheit haben Button zugesetzt. "Es war eine sehr schwierige Zeit. Da sitzt man alleine herum und denkt zuviel nach, das ist nicht gut", sagt der 29-Jährige. Doch das Feuer in ihm brennt wieder. Button: "Auf dieses Auto habe ich mein ganzes Leben gewartet. Ich fühle mich wie neu geboren."

"Auf dieses Auto habe ich mein ganzes Leben gewartet"

Zehn Punkte hat Button nach seinem zweiten Grand-Prix-Sieg überhaupt auf dem Konto, das ist auf einen Schlag mehr als in all seinen Rennen in den vergangenen beiden Jahren zusammen. Und glaubt man den Rivalen, kommen schon am Sonntag beim zweiten WM-Lauf in Kuala Lumpur (11.00 Uhr MESZ/live bei Premiere und RTL) die nächsten zehn Zähler dazu.

Das Wunderauto von Superhirn Ross Brawn fährt mit angeblich illegalem Heck-Diffusor in einer eigenen Liga und liegt Lichtjahre vor der Konkurrenz. Und was ist, wenn ihm das Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA am 14. April alle WM-Punkte wieder wegnimmt? Button: "Das interessiert mich nicht, ich bin Rennfahrer, und ich will Rennen gewinnen. Alles andere habe ich nicht in der Hand."

Button hat das Zeug zum Weltmeister

Für den ehemaligen Formel-1-Piloten Marc Surer hat Button ganz klar das Zeug zum Weltmeister in dieser Saison. "Schnell war Jenson schon immer, bisher hatte er aber nie das Auto, um das zu zeigen. Doch jetzt ist er der Mann, den es zu schlagen gilt", sagte der Premiere-Experte dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Jahrelang galt Button als die große britische Hoffnung, auf einen wie ihn hatten sie seit James Hunt gewartet. Aber dann kam nichts, nur ein einziger Sieg (Ungarn 2006) war die klägliche Ausbeute in 154 Rennen. Doch Button is back. Das Märchen von Melbourne lässt niemanden kalt. "Vor einiger Zeit wusste ich überhaupt nicht wie es weitergeht - jetzt bin ich auf einmal WM-Favorit", sagt Button.

Da ist es nicht verwunderlich, dass er mit seinem Playboy-Image kokettiert. Natürlich ist er kein neuer Hunt, aber seine Landsleute haben ihn ins Herz geschlossen, noch ein bisschen mehr sogar als Weltmeister Lewis Hamilton. Button ist einer von ihnen. Sex und Siege: das geht immer, auch auf der Insel.

Buttons Motto: Sex und Siege

Trost in der schwierigen Zeit fand Button bei seiner Freundin Jessica Michibata, einem Unterwäschemodel. Frauen spielen für den Playboy eine Hauptrolle, neben der Formel 1 natürlich. "Die einzigen Themen beim Mittagessen mit ihm sind Autos und Mädchen - und Sex zu dritt", schrieb unlängst sogar die renommierte englische Times.

Und den Spaß am Rennfahren hat Button auch wieder entdeckt. "Ich freue mich schon darauf, wieder ins Auto zu steigen", sagt der Lebemann und droht der Konkurrenz: "Das Auto ist nicht perfekt, wir haben noch nicht das Maximum rausgeholt." Was ist mit dem WM-Titel? Button: "Ich muss nichts mehr beweisen. Mir geht es nur um das Team und um mich selbst."