2009.04.02 Neuss : Deutsches Trio sagt Brawn den Kampf an

Die deutschen Jungspunde Sebastian Vettel, Timo Glock und Nico Rosberg wollen im zweiten Formel-1-Rennen der Saison in Malaysia an die guten Leistungen aus Melbourne anknüpfen.

us
Sebastian Vettel ist zuversichtlich

Die Jagd auf den neuen Formel-1-Primus Brawn ist eröffnet - und die deutschen Jungspunde Sebastian Vettel, Timo Glock und Nico Rosberg stehen dabei in der ersten Reihe. Das Trio will am Sonntag beim Großen Preis von Malaysia in Kuala Lumpur (11.00 Uhr MESZ/live bei Premiere und RTL) an die starken Leistungen vom Saisonauftakt in Melbourne anknüpfen und sagt dem scheinbar überlegenen Brawn-Duo Jenson Button und Rubens Barrichello den Kampf an.

Red-Bull-Pilot Vettel war in Melbourne bis zu seiner Kollision mit dem BMW-Sauber von Robert Kubica drei Runden vor Schluss am nächsten am späteren Sieger Button dran geblieben. "Sebastian war schnellster Brawn-Verfolger und wir sahen richtig konkurrenzfähig aus", meint Teamchef Christian Horner. Allerdings muss der 21-jährige Vettel mit der Hypothek des Abzuges von zehn Startplätzen als Strafe für den Crash ins Rennen gehen. "Ich halte diese Strafe nicht für gerechtfertigt, aber man darf dem jetzt nicht zu lange hinterherweinen", sagt er bei RTL: "Wichtig ist für mich, dass die ganze Mannschaft hinter mir steht."

Bessere Ausgangspositionen als der Heppenheimer haben Glock und Rosberg, zumal beide im Gegensatz zu Vettel an ihren Autos wie Brawn die umstrittenen Doppel-Diffusoren haben. Die sollen angeblich rund fünf Zehntelsekunden Zeitgewinn pro Runde bringen. Ob sie auch regelkonform sind, entscheidet das Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA erst am 14. April in Paris.

Glock: "Wir haben allen Grund, optimistisch zu sein"

"Ich hatte vor Saisonbeginn gesagt, dass unser Auto gut aussieht, und unsere Leistung in Australien hat das bestätigt", meint Toyota-Pilot Timo Glock. Der 27 Jahre alte Hesse aus Wersau war in Melbourne nach der Disqualifikation im Qualifying vom Ende des Feldes bis auf Platz vier vorgefahren. "Wir haben allen Grund, optimistisch zu sein", sagt er.

Auch Williams-Pilot Rosberg (Wiesbaden) rechnet sich nach seinen Trainingsbestzeiten und der schnellsten Rennrunde von Melbourne wieder einiges aus. "Wir gehörten da zu den Schnellsten, das lässt auf eine gute Saison hoffen", sagt der 23-Jährige, der allerdings Brawn noch im Vorteil sieht. "Sie waren bei den Testfahrten und auch in Melbourne sehr schnell. Es wird für jeden schwer sein, ihren Vorsprung aufzuholen", meint Rosberg, der angesichts von bis zu sieben Zehntelsekunden Differenz Brawn sogar den WM-Titel zutraut.

Was der Melbourne-Zweite Rubens Barrichello genau so sieht. "Wir haben ein WM-fähiges Auto", sagt der 36 Jahre alte Brasilianer: "Nach meinen 16 Jahren in der Formel 1 kann ich sagen, dass man mit diesem Auto für eine lange Zeit Rennen gewinnen kann."

Button hofft auf "weitere schöne Erinnerungen"

Teamkollege Button kann nach seinem zweiten GP-Sieg in Melbourne "das nächste Rennen kaum erwarten" und freut sich auf Kuala Lumpur. "Hier stand ich 2004 zum ersten Mal auf dem Podium. Jetzt hoffe ich auf weitere schöne Erinnerungen", sagt der Brite. Sein Team kann in Malaysia Formel-1-Geschichte schreiben. Zwei Doppelsiege in seinen ersten beiden Rennen hat seit Einführung der "Königsklasse" 1950 noch kein Team geholt.

Während bei BMW-Sauber der Pole Robert Kubica ähnlich auftrumpfen will wie in Melbourne bis zu seinem Ausscheiden und Teamkollege Nick Heidfeld sich angesichts der vielen langen Geraden mehr von den 82 Extra-PS durch das KERS-System verspricht, backt man bei McLaren-Mercedes nach der Disqualifikation von Melbourne vorerst weiter kleine Brötchen.

"Wir brauchen jetzt all unsere Kraft für unsere weitere Leistungssteigerung auf der Strecke", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug: "Wir konzentrieren uns auf das, was vor uns liegt: Der nächste Grand Prix wird am Sonntag gestartet, der letzte ist abgehakt." Die FIA hatte McLaren-Mercedes am Donnerstag wegen "absichtlicher Irreführung" nachträglich disqualifiziert und Lewis Hamilton damit seinen Podiumsplatz von Melbourne genommen.