2009.04.04 Neuss : Button sichert sich erneut Pole Position

Der Brite Jenson Button hat sich im Qualifying zum Großen Preis von Malaysia die Pole Position gesichert. Zweiter wurde der Italiener Jarno Trulli im Toyota.

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Pole Position für Jenson Button

Der bestrafte Sebastian Vettel betet für Regen, Weltmeister Lewis Hamilton hofft nach seiner Lügen-Beichte auf ein Wunder - doch unter normalen Umständen liegt Jenson Button im außerirdischen Rennauto von Superhirn Ross Brawn in der Formel 1 derzeit Lichtjahre vor der Konkurrenz. Sieben Tage nach seinem Sieg beim Auftaktrennen in Melbourne steht der Brite auch beim zweiten WM-Lauf am Sonntag (11.00 Uhr MESZ/live bei Premiere und RTL) in Kuala Lumpur auf dem ersten Startplatz.

Der 29 Jahre alte Button sicherte sich im Qualifying zum Großen Preis von Malaysia im Brawn-Mercedes in 1:35,181 Minuten die fünfte Pole Position seiner Karriere. Zweitschnellster war Toyota-Pilot Jarno Trulli aus Italien in 1:35,273.

"Das wird ein heißes Rennen"

"Diese Pole Position ist für mich etwas ganz Besonderes, denn in meiner Formel-1-Karriere habe ich noch nie zweimal nacheinander auf dem ersten Startplatz gestanden", sagte Button: "Das wird ein heißes Rennen, ich bin bereit."

Schnellster der fünf deutschen Fahrer war am Samstag eigentlich Sebastian Vettel (Heppenheim/1:35,518) auf Platz drei. Wegen seiner Strafe in Australien wurde der 21-Jährige im Red-Bull-Renault aber um zehn Positionen auf Rang 13 zurückgestuft.

"Diese Strafe ist eine Schande", sagte Vettel. Der Bubi-Schumi rechnet sich für das Rennen dennoch einiges aus. "Vielleicht regnet es ja. Das Rennen ist sehr lang, es kann viel passieren." Mit seiner Leistung im Qualifying war der Hesse zufrieden: "Trotzdem habe ich insgeheim sogar auf die Pole Position geschielt, doch die beiden Jungs da vorne waren ein bisschen zu schnell für mich."

Bester Deutscher war durch Vettels Strafe Trullis Teamkollege Timo Glock (Wersau) auf Rang drei vor Williams-Pilot Nico Rosberg (Wiesbaden). Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld fuhr im BMW-Sauber auf die zehnte Position. Deutsches Schlusslicht war Adrian Sutil (Gräfelfing), der im Force-India-Mercedes nur auf dem 19. und vorletzten Rang landete.

"Zumimdest etwas besser als vor einer Woche"

Lewis Hamilton ist zurzeit kein Sieganwärter. Der Weltmeister kam nach turbulenten Tagen und der nachträglichen Disqualifikation von Melbourne im McLaren-Mercedes nicht über Platz zwölf hinaus. "Wir starten dort, wo ich uns in etwa erwartet habe und sind insgesamt zumindest etwas besser als vor einer Woche unterwegs gewesen, wie die Abstände nach vorne zeigen", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Rosberg hält das Brawn-Team für die unangefochtene Nummer eins: "Dahinter kommt lange nichts." Allerdings muss Buttons Teamkollege Rubens Barrichello, der in Australien auf Rang zwei den Doppelsieg perfekt gemacht hatte, eine Aufholjagd starten. Der Braslianer wurde wegen eines Getriebewechsels an seinem Auto um fünf Positionen auf Platz neun zurückversetzt.

"Meine letzte Runde ist mir super gelungen"

Mit seinem vierten Startplatz war Rosberg mehr als zufrieden. "Das ist super, es könnte eigentlich nicht besser sein, zumal wir für das Rennen eine gute Strategie haben. Meine letzte Runde ist mir super gelungen", sagte der 23-Jährige im RTL-Interview. Angesichts der Zurückstufungen von Vettel und Barrichello gab Rosberg aber zu: "Ich glaube, verdient stehen wir vom Auto her nicht so weit vorne."

Glock und Heidfeld waren nicht nur auf der Rennstrecke schnell, beide wurden in der Boxengasse geblitzt. Glock war gleich 19,1km/h schneller als die erlaubten 60km/h. Dafür bekam er ein Bußgeld von 4000 Euro aufgebrummt. Heidfeld tappte mit 63,7km/h in die Radarfalle und musste 800 Euro zahlen.

"Es bleibt unverändert schwer"

Für BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen hat das Ergebnis das Leistungsbild von Melbourne bestätigt: "Es bleibt unverändert schwer, in die Phalanx der Teams mit zweistufigem Diffusor einzubrechen. Daher müssen wir mit den erreichten Positionen zufrieden sein."

Das Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA muss am 14. April über die Legalität der Heck-Diffusoren an den Autos von Brawn, Toyota und Williams entscheiden. Gegen dieses umstrittene Bauteil hatten Ferrari, Red Bull und Renault protestiert. Diesem Protest hat sich BMW am Samstag angeschlossen.

Teamchef Ross Brawn kann sich nicht vorstellen, dass sein Team rückwirkend Punkte verliert. Denn das würde nach Meinung des Briten eine Protestlawine auslösen. Brawn: "Würden sie das machen, öffnen sie ein Fass ohne Boden. Dann würde bei einer engen WM-Entscheidung eines der beiden Teams gegen das andere wegen irgendeines Details am Auto protestieren."

Button hatte angeblich nicht mit der Pole Position gerechnet. "Wenn man sich die Zeiten von Freitag anschaut, dann schien Ferrari das schnellste Auto zu haben", sagte der Engländer. Doch die roten Renner erlebten einen schwarzen Tag: Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) wurde Siebter, Felipe Massa (Brasilien) verzockte sich mit den Reifen und landete nur auf dem 16. Platz.