2009.04.07 Neuss : Deutscher Volleyball-Verband mit Finanzsorgen

Nach dem Rückzug von Hauptsponsor Zurich steht der DVV vor Finanzproblemen. Laut Sportdirektor Hamel enstehe ein Loch von etwa 200.000 Euro, eine Insolvenz drohe vorerst nicht.

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Schwere Zeiten für den deutschen Volleyball

Der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) kämpft nach dem Ausstieg des Hauptsponsors mit Finanzproblemen, steht allerdings nicht vor der Insolvenz. Das sagte Sportdirektor Günter Hamel dem SID (Sport-Informations-Dienst) und bestätigte, dass für den Verband ein strikter Sparhaushalt gilt. Die Hallen- und Beach-Nationalteams sind allerdings derzeit nicht von den Einsparungen betroffen.

"Ich sehe die Gefahr einer Insolvenz nicht. Wir werden beim Verbandstag im Juni einen ausgeglichenen Haushalt ohne Luftnummern vorlegen", sagte Hamel. Der Sportdirektor erklärte, dass etwa 200.000 Euro für einen aus seiner Sicht perfektes Budget fehlen würden. "Wir müssen jetzt besonders Einschränkungen im Nachwuchs machen, das werden wir in vier, fünf Jahren schmerzhaft spüren", so der Funktionär.

Suche nach neuem Hauptsponsor bisher erfolglos

Obwohl Hauptsponsor Zurich seinen Ausstieg bereits 2007 angekündigt hatte, konnte der Verband mit Präsident Werner von Moltke an der Spitze bislang keinen adäquaten Geldgeber finden. Deshalb werden die beiden Hallen-Nationalteams aus derzeitiger Sicht bei den Europameisterschaften und der WM-Qualifikation in diesem Jahr mit blanker Brust auflaufen. Die Beach-Nationalteams haben die Vermarktungsrechte wie bislang üblich dem Verband abgekauft und "verkaufen" sich dann selbst.

"Auf den Nationalteams liegt der Fokus der Öffentlichkeit, hier wird die nicht gespart. Das Programm bis zu den Höhepunkten ist abgesichert", sagte Hamel. Verbandschef Werner von Moltke hatte zuvor die Devise ausgegeben, dass der Spitzensport "die heilige indische Kuh" sei, bei der "nichts gekürzt werden darf". In den letzten zehn Jahren hatte es im Verband bereits zweimal Beitragserhöhungen gegeben, deshalb sind die Landesverbände für drastische Sparmaßnahmen.