2009.04.12 Neuss : Belgier Boonen gewinnt erneut Paris-Roubaix

Radprofi Tom Boonen hat wie im Vorjahr den Frühjahrs-Klassiker Paris-Roubaix gewonnen. Der Belgier verwies Filippo Pozzato aus Italien und den Norweger Thor Hushovd auf die Plätze.

anr
Tom Boonen gewinnt Paris-Roubaix

Der belgische Ex-Weltmeister Tom Boonen hat mit einer beeindruckenden Solo-Vorstellung nach 259km den Frühjahrs-Klassiker Paris-Roubaix gewonnen und seinen Vorjahressieg in der "Hölle des Nordens" wiederholt. Der Quickstep-Kapitän machte seinen dritten Roubaix-Sieg nach 2005 und 2008 nach 6:15:53 Stunden und mit 45 Sekunden Vorsprung auf den Italiener Filippo Pozzato (Katuscha) perfekt. Dritter mit 1:17 Minuten Rückstand wurde Cervelo-Profi Thor Hushovd aus Norwegen.

Mitfavorit Heinrich Haussler aus Cottbus hatte auf den letzten 30km den Anschluss verloren. Der Deutsch-Australier landete 3:13 Minuten zurück auf dem siebten Rang. "Ich hatte heute starke Beine, aber ich kann nicht jeden Vorstoß mitfahren, beim entscheidenden war ich nicht dabei," sagte Haussler.

Nach zweiten Rängen bei Mailand-San Remo und der Flandern-Rundfahrt verfehlte er erstmals bei den Klassikern dieser Saison einen Platz auf dem Podest. Hushovd sorgte aber dafür, dass das Schweizer Cervelo-Team erneut auf dem "Treppchen" vertreten war. "Wir können mit Platz drei und sieben zufrieden sein. Andreas Klier ist außerdem 180km ein großes Rennen gefahren und dann noch Zwölfter geworden", sagte Cervelo-Teamleiter Jens Zemke.

Einziger deutscher Sieger in Roubaix ist bislang der Münchner Josef Fischer, der 1896 die Premiere des ältesten Klassikers der Welt gewann.

Boonen drehte bei der "Königin" der Klassiker nach 27 Kopfsteinpflaster-Passagen (52,9km) zwischen Compiegne nahe Paris und dem Ziel im Radstadion von Roubaix im Finale auf. Auf den letzten 15km hängte der Klassiker-Spezialist die Konkurrenz ab und fuhr unter tosendem Beifall die letzte Runde im Roubaix-Velodrom allein.

16 Zuschauer bei Motorradunfall verletzt

Überschattet wurde das Rennen von einem Motorradunfall. Bei dem Crash rund 60km vor dem Ziel nahe Orchies waren 16 Zuschauer verletzt worden, vier von ihnen schwer. Die Verletzten wurden mit zwei Rettungshubschraubern in Krankenhäuser gebracht, rund zwölf Feuerwehr-Fahrzeuge waren unmittelbar vor Ort. Bei dem Unfall eines Begleit-Fahrzeuges der Veranstalter war der Fahrer mit seinem Motorrad in die Zuschauermenge am Straßenrand gerast..

Der Unglücksfahrer hatte sich am hohen Tempo der Pedalisten orientiert. Das Rennen war zu diesem Zeitpunkt in seine entscheidene Phase gegangen, nachdem eine elfköpfige Ausreißergruppe um den Münchner Andreas Klier rund vier Minuten Vorsprung herausgefahren hatte.

Den berüchtigten Wald von Arensberg erreichte der US-Profi Gregory Henderson vom T-Mobile-Nachfolgeteam Columbia als Erster. Da die Verfolger Druck machten, schmolz der Vorsprung der Spitzengruppe dort auf zwei Minuten. Rund 70km vor dem Ziel schloss das Hauptfeld auf, wobei die Columbia-Crew ins Abseits geriet. "Das war nicht gerade unser glücklichster Tag", befand Cervelo-Teamleiter Rolf Aldag.