2009.04.15 Neuss : BMW, Ferrari und Mercedes üben Kritik an Diffusor-Urteil

Seitens der Formel-1-Teams BMW, Ferrari und Mercedes ist die Zulassung der umstrittenen Heck-Diffusoren durch das Berufungsgericht der FIA scharf kritisiert worden.

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Mario Theissen kritisiert FIA-Urteil

BMW und Ferrari haben die Zulassung der umstrittenen Heck-Diffusoren der Konkurrenten Brawn, Toyota und Williams durch den Automobil-Weltverband FIA kritisiert. "Wir werden die Entscheidung des Berufungsgerichts akzeptieren. Damit herrscht hier nun Klarheit bezüglich der Anwendung des Reglements. Eines wird somit allerdings nicht erreicht: Die von der Overtaking Working Group bei der Ausarbeitung des neuen Reglements beabsichtigte Reduzierung von Abtrieb und Kurvengeschwindigkeit", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

Gleichzeitig führe die Entscheidung dazu, so Theissen, "dass nun sieben Teams große Investitionen tätigen müssen, um ihre Autos entsprechend umzubauen". Ähnlich äußerte sich Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali: "Leider zwingt uns diese Entscheidung, fundamentale Bereiche unseres Designs zu ändern, um wieder auf Augenhöhe zu kommen. Das wird Zeit und Geld kosten." Vor weiteren Kommentaren wolle man erst noch die Urteilsbegründung abwarten.

Haug: "Vorteil nicht kurzfristig wettzumachen"

Auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug sieht auf die sieben übrigen Teams zusätzliche Kosten zukommen und rechnet mit einem zeitlichen Verzug. "Der Vorteil, den sich drei Teams seit ihrer Reglementsinterpretation gesichert haben, ist auf keinen Fall kurzfristig wettzumachen - was die einen in neun Monaten erreichten, können die anderen nicht in neun Wochen schaffen", sagte Haug, der aber nach vorne blickte: "Unser Sportsgeist sagt uns jetzt: So ist es nun mal - Augen auf und durch, wir nehmen die Herausforderung an, auch wenn dazu einige Zeit eingeplant werden muss.'"

Das fünfköpfige Berufungsgericht der FIA hatte am Mittwoch eine Berufung von BMW-Sauber, Ferrari, Red Bull und Renault zurückgewiesen und damit die Entscheidung der Rennkommissare vom Saisonauftakt in Melbourne bestätigt. Die hatten dort die Diffusoren für legal erklärt.