2009.04.18 Neuss : England blickt nach Wembley

Heute kommt es in London zur "Generalprobe" des CL-Halbfinals. Im FA-Cup trifft der FC Chelsea auf den FC Arsenal. Das zweite Halbfinale bestreiten "ManU" und der FC Everton.

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Michael Ballack will mit dem FC Chelsea ins Finale

Manchester United, der FC Arsenal und der FC Chelsea, dazu noch eine vierte Mannschaft: Klingt wie das Halbfinale der Champions League, ist aber nur eine Art Vorspiel. An diesem Wochenende kämpfen die Top-Teams der englischen Premier League erst einmal um den Einzug in das Finale des FA-Cups, am heutigen Samstag Arsenal und Chelsea (18.15 Uhr MESZ), am Sonntag dann Manchester und der "FC Barcelona" von England, der FC Everton (17. 00 Uhr MESZ/jeweils live im DSF). Beide Spiele finden im Londoner Wembley-Stadion statt.

Ballack will Trophäen sammeln

Vor allem Michael Ballack ist motiviert, endlich wieder einen Titel zu gewinnen. Drei sind für den FC Chelsea möglich: FA-Cup, Champions League und die englische Meisterschaft. "Der Hunger ist immer da. Ich habe mein ganzes Leben Fußball gespielt, und ich will etwas gewinnen. Ich habe noch ein paar Jahre, aber jetzt werde ich erst mal den Rest dieser Saison alles geben, eine, zwei oder drei Trophäen zu gewinnen", wird der deutsche Nationalmannschafts-Kapitän vor dem Spiel in einem Beitrag auf der FA-Homepage zitiert.

Die Blues, im Halbfinale der Champions League Gegner von Bayern Münchens "Lehrmeister" FC Barcelona, liegen in der Premier League auf Rang drei und damit sechs Punkte vor dem viertplatzierten FC Arsenal. Doch im nationalen Pokal ist Chelsea seit 1947 sieglos gegen den Stadtrivalen. Chelsea gewann den FA-Cup zuletzt im Jahre 2007, gegen Manchester United und dank eines Treffers von Didier Drogba mit 1:0 n.V., ist seitdem aber mehr als einmal nur geschlagen vom Spielfeld gegangen.

"Wir wissen jetzt, was wir zu tun haben"

Doch nicht nur Ballack, alle bei Chelsea sind gewillt, die Gespenster des vergangenen Jahres endlich zu vertreiben. "Das Team", betont der Deutsche, "ist hungrig, nachdem wir in der Vergangenheit dreimal nur Runner-Up (Zweiter) waren. Wir sind keine Mannschaft, die in der Vergangenheit alles gewonnen hat. Aber jetzt riechen wir den Erfolg." Die Erfahrungen der vergangenen Saison und außerdem der Viertelfinal-Triumph in der Champions League gegen den FC Liverpool (3:1, 4:4) hätten Chelsea geholfen, glaubt Ballack: "Wir wissen jetzt, was wir zu tun haben."

Unter Interims-Teammanager Guus Hiddink hat der FC Chelsea wettbewerbsübergreifend nur eines seiner 14 Spielen verloren, doch auch "Gastgeber" Arsenal, seit dem FA-Cup-Sieg 2005 ohne Titel, hat eine beeindruckende Serie vorzuweisen: ungeschlagen in den letzten 22 Heimspielen. Nach dem Einzug ins Halbfinale der Champions League (gegen Manchester) strotzt das junge Team von Arsene Wenger vor Selbstbewusstsein. "Wir wissen wie gut Chelsea ist, aber wenn wir unser Spiel spielen, können wir jedes Team auf der Welt schlagen", sagte Stürmer Emmanuel Adebayor.

Manchester will das Quintuple

Für Manchester United wäre ein Halbfinalsieg ein weiterer Schritt auf dem Weg zum historischen Quintuple. Nach den Triumphen im Liga-Pokal und bei der Klub-WM haben die "Red Devils" die Runde der letzten Vier in der Champions League (gegen Arsenal) und im FA-Cup (gegen Everton) erreicht. Fünf Titel sind das Ziel der Mannschaft von Sir Alex Ferguson, die zudem in der Premier League den ersten Tabellenplatz belegt. "Jedes Spiel ist jetzt ein gewaltiges Spiel, aber das ist ein großartiges Gefühl", sagt Angreifer Wayne Rooney.

Dem FC Everton werden gegen United nur Außenseiterchancen eingeräumt. Das Team von David Moyes steht in der Premier League momentan auf Rang sechs. Der Klub aus Liverpool konnte den FA-Cup zuletzt 1995 gewinnen und hat seitdem keinen Titel mehr geholt. Zu allem Überfluss wird die Begegnung von Schiedsrichter Mike Riley geleitet. Everton protestierte gegen diese Entscheidung: Riley soll Fan von Manchester United sein. Der englische Fußballverband (FA) wies den Vorwurf jedoch zurück.