2009.04.18 Neuss : Klinsmann: "Ziel bleibt der Meistertitel"

Jürgen Klinsmanns Bayern wollen heute in Bielefeld den Angriff auf den letzten möglichen Titel der Saison starten. Der Tabellenführer aus Wolfsburg tritt gegen Bayer Leverkusen an.

jjo
Die Chancen auf einen Verbleib Klinsmanns bei Bayern steigen

Die Bosse von Bayern München schweigen zur Zukunft von Jürgen Klinsmann, doch Trainer und Mannschaft sind zumindest nach außen hin wieder enger zusammen gerückt: Mit neu beschworenem Wir-Gefühl kämpft Klinsmann verzweifelt um seinen Job und der Meister um das Minimalziel Titelverteidigung. Während die Bayern auf der Alm bei Arminia Bielefeld am 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga den endgültigen Absturz verhindern wollen, strebt Münchens Ex-Coach Felix Magath einen weiteren Schritt zum ersten Titel mit dem VfL Wolfsburg an.

Doch Klinsmann hat in München noch nicht aufgegeben. "Ziel bleibt der Meistertitel", erklärte der ehemalige Bundestrainer auf der Pressekonferenz am Freitag und erhielt nach dem Aus in der Champions League gegen den FC Barcelona Rückendeckung von seinen Stars. "Wir müssen alle zusammenhalten", forderte Franck Ribery und kündigte an: "Wir werden uns in den letzten sieben Partien auch für Jürgen zusammenreißen."

Chancen für Weiterarbeit mit Klinsmann stehen gut

Die Chancen, dass Klinsmann in der nächsten Saison Trainer bleibt, haben sich wieder verbessert. Am Donnerstag traf sich der 44-Jährige auf der Chefetage zu Gesprächen über Planungen für die kommende Spielzeit.

Während über Ostern noch eine Darstellung in der Tageszeitung taz mit Klinsmann am Kreuz für Aufsehen gesorgt hatte, bekamen der Coach und die Bayern vor der Partie in Bielefeld am Samstag (15.30 Uhr/live bei Premiere) Beistand von oben. Beim Training waren zehn Nonnen der Kongregration der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul anwesend und übergaben Manager Uli Hoeneß einen Schal. Hilfe jeder Art kann das Münchner Starensemble gebrauchen, denn als Horrorversion einer missratenen Saison droht die UEFA-Europaliga.

Magath tippt auf Bayern

Ausgerechnet Magath glaubt allerdings trotz drei Punkten Vorsprung weiter an die Bayern als Meister. "Die Bayern haben das leichtere Restprogramm und die besseren Spieler", erklärte Magath gebetsmühlenartig.

Dabei können die "Wölfe" mit einem Sieg gegen Bayer Leverkusen den Bundesliga-Rekord von Borussia Mönchengladbach aus der Saison 1986/87 mit zehn Erfolgen in Serie einstellen. "Aber Rekorde interessieren mich nicht", sagte Magath und warnte vor dem Duell der heimstärksten Mannschaft gegen das beste Auswärtsteam: "Man hat zuletzt bei anderen Klubs gesehen, wie schnell man stürzen kann."

Babbel: "Werden nicht blauäugig"

Dazu gehört der einstige Spitzenreiter Hertha BSC Berlin, der mit den UEFA-Pokal-Helden des Hamburger SV sowie dem VfB Stuttgart in Lauerstellung liegt. Beim VfB will Teamchef Markus Babbel vor der Partie beim 1. FC Köln trotz 23 von 30 Punkten in der Rückrunde von zu großer Euphorie aber nichts wissen. "Es ist schön, dass die Fans wieder träumen können, aber wir werden nicht blauäugig", sagte Babbel. Dabei werden beim VfB Erinnerungen an das Meisterjahr 2007 wach, als Stuttgart mit sieben Siegen zum Schluss den Titel holte.

Die Hertha muss gegen den UEFA-Cup-Halbfinalisten Werder Bremen den Ausfall des rot-gesperrten Stürmers Andrej Woronin verkraften. Beim HSV muss sich gegen Hannover 96 (beide Spiele am Sonntag um 17.00 Uhr) zeigen, welche Kraftreserven die Hanseaten nach dem kräftezehrenden Spiel bei Manchester City haben.

Bielefeld setzt gegen Bayern auf "Kompaktheit"

Für Brisanz sorgt auch der Abstiegskampf. Während Trainer Michael Frontzeck mit dem Tabellen-15. Bielefeld gegen die Bayern auf "Kompaktheit" setzt, will der VfL Bochum nach dem 3:0 bei 1899 Hoffenheim im kleinen Revierderby gegen Borussia Dortmund nachlegen. Gladbach möchte indes mit einem Erfolg bei Eintracht Frankfurt den Relegationsrang 16 verlassen.

Zum Siegen verdammt ist Schlusslicht Karlsruher SC im badischen Derby und Duell der beiden schlechtesten Rückrundenmannschaften gegen Hoffenheim. Während der gestürzte Herbstmeister seit neun Spielen ohne Sieg ist, wartet der KSC seit acht Partien auf einen Treffer. Hoffnung auf ein "Wunder" im Endspurt macht dem KSC aber ein Innenverteidiger: Kapitän Maik Franz steht nach fünfmonatiger Verletzungspause vor dem Comeback.