2009.05.01 Neuss : Europa sucht die "Super-Basketballer"

Im Final-Four-Turnier der Euroleague wird ab heute in Berlin Europas bestes Basketballteam gesucht. In Albas "Wohnzimmer" finden sich Moskau, Barcelona, Piräus und Athen ein.

bto
Barcelona hat mit Juan Carlos Navarro den Titel im Visier

Der Kampf um die europäische Basketball-Krone steigt ausgerechnet im "Wohnzimmer" des deutschen Meisters Alba Berlin: Wenn ab heute das Final-Four-Turnier der Euroleague in der Berliner Arena am Ostbahnhof startet, blickt die Fachwelt auf die deutsche Hauptstadt. Auch Alba ist nach dem Aus in der Top-16-Runde nur Zuschauer, doch in Zukunft will der nationale Branchenprimus im Konzert der Großen um den höchsten europäischen Vereinstitel mitspielen.

"Natürlich ist das unser Ziel. Wir haben als Klub bisher immer Visionen gehabt. Eines Tages wollen wir auch im Final Four stehen", sagte Albas Geschäftsführer Marco Baldi, der auch im Vorstand der Euroleague sitzt.

Das Mega-Event, dass in 171 Länder übertragen wird und so theoretisch knapp 1,7 Milliarden Haushalte erreicht, beginnt am heutigen Freitag um 18.00 Uhr mit dem ersten Halbfinale zwischen Titelverteidiger ZSKA Moskau und dem FC Barcelona. Im zweiten Semifinale steht anschließend das brisante griechische Stadtderby zwischen Olympiakos Piräus und Panathinaikos Athen (21.00 Uhr) auf dem Programm. Das Finale und das Spiel um Platz drei finden am Sonntag statt. Trotz horrender Kartenpreise ist die Halle längst für beide Tage mit jeweils 13.500 Zuschauern ausverkauft.

Duelle auf Augenhöhe vermutet

"Es gibt keinen klaren Favoriten. Die vier Teams sind alles Mannschaften, die auch in der NBA bestehen könnten. Ich bin eigentlich vorsichtig mit Superlativen, aber ich denke, dass ist das stärkste Final Four aller Zeiten", sagte Baldi. Alba ist immerhin beim parallel stattfindenden europäischen Junioren-Turnier vertreten. Dass die Profi-Mannschaft beim Gipfeltreffen der europäischen Spitze noch fehlt, stört den Manager nicht.

"In der Zuschauer-Tabelle Europas sind wir schon Erster, in der Tabelle noch nicht. Wir müssen uns das nun Stück für Stück erarbeiten", meinte Baldi, dem bei Alba ein Etat von rund 7,5 Millionen Euro zur Verfügung steht - für Europas Spitze zu wenig. "Olympiakos hat einen Etat von 45 Millionen Euro. Bei den anderen drei liegt kein Budget unter 35 Millionen", erklärte Baldi und verglich die Zahlen mit dem Fußball: "Hertha BSC wäre froh, wenn sie so einen Personaletat wie diese Teams hätten."

Sicherheit ist Trumph

Euroleague-Chef Jordi Bertomeu kann derweil den ersten Sprungball beim Final Four kaum erwarten: "Das wird eine großartige Veranstaltung. Berlin hatte den Zuschlag für das Turnier bekommen, weil es eine internationale Stadt und die neue Arena traumhaft ist. " Einzig die Feindschaft zwischen den Anhängern der beiden griechischen Klubs bereitet Bertomeu Sorgen. "Wir können nicht abstreiten, dass sich beim Final Four viel um die Sicherheit drehen wird", meinte der Euroleague-Geschäftsführer.

Die Maßnahmen sind vielfältig: Intensive Zuschauer-Kontrollen, getrennte Eingangs- und Fan-Bereiche, kein Alkohol-Ausschank, und rund 650 Sicherheitskräfte sollen in der Halle für Ordnung sorgen. Zudem wurde die Mitnahme von Schlüsseln und sogar Münzen verboten, um mögliche Wurfgeschosse zu vermeiden. So werden die Fans in der Halle nur mit Scheinen bezahlen können. Dafür wurden die Preise für alle Getränke und Snacks auf fünf oder zehn Euro festgelegt.