2009.05.03 Neuss : Schweriner Volleyballerinnen erneut Meister

Die Volleyballerinnen des Schweriner SC sind deutscher Meister. Die Mecklenburgerinnen gewannen am letzten Spieltag 3:0 gegen Allianz Volley Stuttgart.

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Schweriner SC erfolgreich

Die Volleyballerinnen des Schweriner SC tanzten nach dem überraschenden Meistertitel ausgelassen im Konfettiregen. In der für 600 Zuschauer zugelassenen Halle feierten 1000 Fans ihr Team nach dem 3:0 gegen Volley Stuttgart. "Ist das nicht verrückt?", fragte Angreiferin Sylvia Roll und präsentierte stolz ihre Medaille: "Ich konnte vor Nervosität nicht schlafen, aber jetzt wird erstmal ordentlich einer getrunken."

Der Freudentaumel über den siebten gesamtdeutschen Meistertitel hielt bis in die frühen Morgenstunden an. Am Sonntagmittag fuhr das Team des neuen Trainers Edwin Benne im offenen Doppeldecker-Bus durch die Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns. Dann bat die Oberbürgermeisterin zum Empfang.

Vor dem letzten Spieltag hatte Schwerin zwei Zähler Vorsprung auf Titelverteidiger Rote Raben Vilsbiburg und den Dresdner SC. Bei einer Niederlage und einem Sieg von Vilsbiburg wäre der Titel aufgrund der schlechteren Satzdifferenz verloren gewesen.

"Ich bin stolz auf das Team"

Dresden hatte nur noch theoretische Chancen. Pokalsieger Vilsbiburg gewann eindrucksvoll 3:0 gegen den USC Münster, das zweitgleich begonnene Spiel in Schwerin lief noch.

Die SSC-Frauen agierten ganz im Stile einer Meistermannschaft und ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Nachdem der erste Durchgang noch sehr umkämpft war (25:21), kam Stuttgart in den Durchgängen zwei und drei nur zu 27 Zählern.

Die Meisterschale überreichte Manager Michael Evers, der zugleich Chef der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) ist. "Ich bin stolz auf das Team. Ich habe so viele junge Spielerinnen eingebaut, die Mannschaft hat sich den Titel einfach verdient", sagte Trainer Edwin Benne. Der Niederländer hatte offenbar gar nicht so recht an den Triumph geglaubt: "Der Erfolg kommt fast ein bisschen zu früh."

Auf die Infrastruktur des Klubs trifft die Befürchtung auf jeden Fall zu, denn die erkämpfte Teilnahme am Europapokal steht in den Sternen. Die alte Halle ist viel zu klein, die Fertigstellung der neuen Heimstätte verzögert sich wohl noch bis ins kommende Jahr. Der SSC ist auf Sonderkonditionen der Stadt bei der Miete der 5000 Fans fassenden Kongresshalle angewiesen. Diese wird es aber wohl kaum geben - Schwerin leistet sich gerade die sehr kostspielige Bundesgartenschau.