2009.05.05 Neuss : Denkmalschutz sorgt für Ärger mit der UEFA

Die Pläne der UEFA, anlässlich des Champions-League-Finales einen Fußballplatz vor dem Colosseum zu errichten, sorgen für eine heftige Auseinandersetzung mit der Stadt Rom.

mch
Ärger vor dem Champions-League Finale

Zwischen der Europäischen Fußball-Union (UEFA) und der Gemeinde Rom ist ein heftiger Streit entbrannt. Es geht um das UEFA-Projekt, anlässlich des Champions-League-Finales am 27. Mai in der ewigen Stadt einen Fußballplatz vor dem Colosseum zu errichten. Auf dem Gelände vor dem Colosseum wollen die UEFA-Sponsoren vom 23. bis 27. Mai ihre Stände aufstellen.

200.000 Besucher werden erwartet. Auf dem Spielfeld vor dem Bogen des römischen Kaisers Konstantin sollen die Besucher auch Fußball spielen können.

Der Direktor des römischen Denkmalschutzamtes Adriano La Regina stemmt sich heftig gegen den Plan. "So viele Besucher auf dieses archäologische Gelände zu bringen, ist gefährlich. Außerdem handelt es sich um kein kulturelles Event. Wir sehen nicht ein, warum ein Fußballplatz vor dem Colosseum notwendig ist", sagte La Regina.

Platini: "Wir verzichten nicht auf unsere Pläne"

UEFA-Präsident Michel Platini entgegnete, dass der Kontinentalverband im vergangenen Oktober von der Gemeinde Rom die Genehmigung für das Spielfeld vor dem Colosseum erhalten habe. "Wir verzichten nicht auf unsere Pläne. Seit Oktober arbeiten wir für das UEFA Champions Festival Colosseum. Die Gemeinde hat uns längst die Genehmigung für das Spielfeld gegeben. Wir planen ein großes Fest für die ganze Stadt. Zum Colosseum können alle Tifosi strömen, die keine Tickets für das Stadion bekommen haben", sagte Platini der römischen Tageszeitung La Repubblica.

Platini zeigte sich enttäuscht und drohte dem Land des viermaligen Weltmeisters sogar Konsequenzen für die EM-Bewerbung 2016 an. "Italien hat die Kandidatur für die Austragung der Europameisterschaft 2016 eingereicht. Wenn dies der Anfang ist, ist es besser, alles liegen zu lassen", wurde Platini zitiert.

Roms Bürgermeister Gianni Alemanno bestritt, dass die Gemeinde die Genehmigung für das Fußballfeld gegeben habe: "Wir haben nur Meinungen über das UEFA-Projekt gesammelt. Den letzten Beschluss müssen die für die Denkmäler zuständigen Behörden geben.'