2009.05.07 Neuss : Schmadtke bei "96" als Sportdirektor vorgestellt

Jörg Schmadtke ist bei Bundesligist Hannover 96 offiziell als Sportdirektor vorgestellt worden. Der 45-Jährige erhält einen Vertrag bis 2012.

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Jörg Schmadtke ist neuer Sportdirektor von Hannover

Mit dem achten Manager seit seinem Amtsantritt vor zwölf Jahren will Klubchef Martin Kind Hannover 96 in eine erfolgreiche Zukunft in der Bundesliga führen. Nach dem Abgang von Christian Hochstätter im Januar präsentierten die Niedersachsen am Donnerstag Jörg Schmadtke offiziell als neuen Sportdirektor und statteten den 45-Jährigen mit einem Vertrag bis zum 29. Februar 2012 aus. Seinen Dienst wird der neue Sportdirektor am 1. Juli offiziell antreten.

"Jörg Schmadtke kann auch mit kleinen Haushalten arbeiten und hat in Aachen unglaublich erfolgreiche Arbeit geleistet", sagte Kind und Schmadtke, der bis Oktober 2008 knapp sieben Jahre in gleicher Funktion bei Alemannia Aachen tätig war, ergänzte: "Es ist nicht gut, jetzt schon über Ziele zu sprechen. Wir wollen uns möglichst mit einer preiswerten Mannschaft deutlich nach vorn entwickeln."

Alte Bekannte

Bei Hannover trifft Schmadtke in Trainer Dieter Hecking auf einen alten Bekannten. Beide arbeiteten bereits erfolgreich in Aachen zusammen und führten die Alemannia 2006 zum Aufstieg in die Bundesliga. Kurz darauf entschloss sich Hecking jedoch zu einem Wechsel nach Hannover. Nach 972-tägiger Trennung arbeiten Schmadtke und der Coach nun zukünftig wieder Seite an Seite.

"Herr Hecking und Herr Schmadtke haben in Aachen erfolgreich zusammengearbeitet. Sie sollen nicht immer einer Meinung sein. Ich erwarte konstruktive Diskussionen. Und ich bin überzeugt, dass Herr Schmadtke Stehvermögen hat und sich bei uns durchsetzen wird", sagte Kind und Hecking fügte hinzu: "Jörg ist sehr straight, ohne Kompromisse. Mit ihm haben wir jemanden, der zielgerichtet arbeitet."

Für Schmadtke spielte Heckings Engagement in Hannover in den Verhandlungen nur eine "untergeordnete" Rolle. "Es geht darum, erfolgreich zusammenzuarbeiten und den nächsten Schritt zu machen", sagte der ehemalige Profi-Torhüter. Während der Amtszeit Schmadtkes erreichte Aachen 2004 das DFB-Pokal-Finale (2:3 gegen Werder Bremen) und qualifizierte sich damit für den UEFA-Cup.

Finanzielle Einschränkungen

Bei Hannover erwartet Schmadtke eine schwierige Aufgabe. Finanziell sind die Niedersachsen nicht auf Rosen gebettet, als Zugänge kommen wahrscheinlich vor allem ablösefreie Spieler in Betracht. Dennoch soll der Kader nach Wunsch von Kind zukünftig auf jeder Position doppelt besetzt sein. Um sich ein Bild von seiner neuen Aufgabe zu machen, wird Schmadtke die restlichen 96-Spiele der Saison im Stadion verfolgen. Am kommenden Samstag gegen Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr/live bei Premiere) muss er wegen der Firmung seiner Tochter aber noch passen.

Bis zum 30. Juni ist Schmadtke noch an die Aachener gebunden, strebt nun aber eine vorzeitige Auflösung seines Kontrakts an. Bei der Alemannia war der Manager im Oktober 2008 beurlaubt worden, weil er nach wochenlangem Hickhack um seine Vertragsverlängerung vor einem Punktspiel gegen den FSV Mainz 05 in einem TV-Interview vorgeprescht war und seinen Abschied zum Saisonende verkündet hatte.

Sollten die Zeichen in Hannover gegen Ende seiner Vertragslaufzeit auf Trennung stehen, scheint Schmadtke hingegen bereits jetzt um einen sauberen Abschluss bemüht - was ein Blick auf das ungewöhnliche Enddatum seines Kontrakts beweist. "Wir haben den 29. Februar gewählt, weil der 30. Juni ein unglücklicher Zeitpunkt für das Vertragsende eines Managers ist. Es ist schwierig, in scheidender Rolle die nächste Saison zu planen."