2009.05.09 Neuss : Berlin macht Aufstieg gegen Regensburg perfekt

Union Berlin steht als erster Aufsteiger in die 2. Bundesliga fest. Gegen Jahn Regensburg gewannen die Berliner am 35. Spieltag mit 2:0 (0:0) und führen die Tabelle uneinholbar an.

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Moses Bambara (l.) und der Berliner Shergo Biran im Duell

Sie fühlten sich als "Auswärtsaufsteiger", feierten aber wie ein Heimsieger: Nachdem Drittligist Union Berlin am Samstag im ungeliebten Jahn-Sportpark durch einen 2:0 (0:0)-Sieg gegen Jahn Regensburg nach fünf Jahren Abstinenz die Rückkehr in die 2. Bundesliga und die Meisterschaft in Liga drei perfekt gemacht hatte, störte sich niemand mehr am Ambiente. Die Fans der "Eisernen" stürmten den Rasen, die Mannschaft stülpte T-Shirts mit der Aufschrift "Auswärtsaufsteiger" über und verspritzte teuren Sekt. Dann setzte sich der Zug in Richtung Köpenick in Bewegung, wo am Abend an der im Umbau befindlichen "Alten Försterei" die große Aufstiegsfete stattfand.

"Das ist einfach eine geile Saison gewesen. Von der Putzfrau bis zu den Spielern, alle waren geil", sagte Union-Präsident Dirk Zingler. Nach zwei vergebenen Matchbällen an den vergangenen beiden Spieltagen ließen die Berliner dieses Mal nichts anbrennen. Die Erlösung im Geduldsspiel gegen die abstiegsbedrohten Oberpfälzer brachte Macchambes Younga-Mouhani mit seinem 1:0 (60.). Anschließend erhöhte der kurz zuvor eingewechselte Karim Benyamina auf 2:0 (72.) und machte den Aufstieg endgültig perfekt. "Sieg" und "Nie mehr 3. Liga", skandierten die 9487 Fans.

Nur drei Niederlagen kassiert

Immer wieder riefen sie auch den Namen von Trainer Uwe Neuhaus, der zusammen mit dem sportlichen Leiter Christian Beeck Vater des Erfolges ist. "Heute ist alles wurscht. Das Spiel ist mir egal. Wir haben nur drei Niederlagen in dieser Saison kassiert und sind aufgestiegen. Das ist außergewöhnlich", meinte "Wessi" Neuhaus, der 2002 als Co-Trainer von Matthias Sammer mit Borussia Dortmund deutscher Meister geworden war und nun einen ostdeutschen Kultverein sportlich wiederaufgebaut hat.

"Jetzt wird gefeiert bis es nicht mehr geht", kündigte Torschütze Younga-Mouhani an. Dann präsentierte sich die Mannschaft den Fans von der Ehrentribüne aus, auf der in der DDR einst Stasi-Chef Erich Mielke saß und den Erzrivalen BFC Dynamo angefeuert hatte.

Union musste seine Heimspiele dieser Saison wegen der Renovierung seines Stadions im "Feindesland" Jahn-Sportpark austragen. Eigentlich wollten die "Eisernen" schon in der Rückrunde heimkehren, doch wegen Verzögerungen bei der Dachkonstruktion verschob sich die Eröffnung auf den 8. Juli. Gegner bei der Eröffnungsfeier ist Bundesligist Hertha BSC.

Der Umbau des Stadions ist in Deutschland wohl einmalig. Die Kultstätte wird seit Saisonbeginn von rund 1500 freiwilligen Anhängern modernisiert. Das spart dem Klub angeblich 1,5 Millionen Euro. "Wir kriegen keine Millionen-Geschenke und müssen uns alles selbst erarbeiten", sagt Präsident Dirk Zingler.