2009.05.10 Neuss : Schaaf im Wolfspelz wohl vom Tisch

Nach den Gerüchten um einen Wechsel von Trainer Thomas Schaaf zum VfL Wolfsburg hat Werder Bremens Manager Klaus Allofs ein Machtwort gesprochen und Schaafs Abgang ausgeschlossen.

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Werder-Trainer Thomas Schaaf

Aus Thomas Schaaf wird wohl kein Wolf: Nach den Gerüchten um einen Wechsel des Trainers vom Fußball-Bundesligisten Werder Bremen zum Tabellenführer VfL Wolfsburg hat Werder-Boss Klaus Allofs vor dem Punktspiel am Sonntagabend gegen den Hamburger SV ein Machtwort gesprochen und einen Abgang des Coaches zur kommenden Saison kategorisch ausgeschlossen.

"Thomas Schaaf hat bei uns noch ein Jahr Vertrag, und wir werden auch im kommenden Jahr zusammenarbeiten. Wir haben über dieses Thema gesprochen und in diesem Gespräch wurde deutlich, dass sich niemand Sorgen machen muss, dass so ein Wechsel bevorstehen könnte", sagte Bremens Sportdirektor, der die Geschäfte bei den Hanseaten seit dem Rücktritt von Jürgen L. Born im vergangenen März auf kommissarischer Basis hauptverantwortlich führt: "Wir arbeiten seit zehn Jahren zusammen und das wird so bleiben. Punkt."

Auch von Wolfsburgs Co-Geschäftsführer Jürgen Marbach war zu vernehmen, dass man sich bei der Nachfolge-Regelung für den zu Schalke 04 wechselnden Felix Magath derzeit auf andere Kandidaten konzentriere mit diesen Gespräche führe. Schaaf stünde beim VfL nicht auf der Liste.

Allerdings betonte Wolfsburgs Marketing-Boss am Rande der 1: 4-Pleite beim VfB Stuttgart auch: "Ein Trainer wie Thomas Schaaf ist immer von Interesse, wenn er verfügbar wäre. Aber ich weiß auch, dass er noch Vertrag hat. Aber wenn Thomas Schaaf Interesse hätte, würden wir in Wolfsburg wahrscheinlich gern empfangen."

Schaaf hüllt sich in Schweigen

Der vermeintlich Umworbene, der am Sonntag sein zehnjähriges Dienstjubiläum als Chefoach der Bremer feierte und dem Klub seit 1972 angehört, schweigt derweil zu den Spekulationen und stößt bei Allofs damit sogar auf Verständnis. "Es ist doch so, dass wir die ganze Saison schon mit solchen Spekulationen leben müssen. Pizarro, Diego, jetzt ist es Thomas. Da muss man nicht immer alles gerade rücken", sagte Allofs und unterstrich, dass es bisher keine Anfrage eines anderen Klubs gegeben habe.

"Ich kann keine Kontaktaufnahme bestätigen, aber ich könnte andere Vereine verstehen, wenn sie Interesse hätten. Es ist doch klar, dass Klubs, die in der jetzigen Phase auf Trainersuche sind, Kontakte knüpfen und Gespräche führen oder Anfragen stellen müssen. Das ist völlig normal", erklärte Allofs.

Auch Werders Aufsichtsrats-Boss Willi Lemke geht nicht von einem Wechsel von Schaaf, der nach Angaben der Bild-Zeitung schon mit Wolfsburg verhandelt haben soll, aus. "Ich weiß nichts davon. Ich glaube auch nicht, dass Thomas es in so einer Phase der Saison macht", sagte der 62-Jährige der Welt am Sonntag: "Denn das Allerwichtigste ist, dass er und das Team konzentriert und voll fokussiert auf diesem wunderbaren Weg der vergangenen Wochen weitergehen und es zu einem erfolgreichen Ende bringen."

Nachdem Werder in der laufenden Bundesliga-Saison hinter den eigenen Erwartungen zurückblieb und derzeit nur auf dem zehnten Rang der Tabelle steht, schafften die Hanseaten durch ihre Halbfinalsiege gegen den HSV den Einzug in die Endspiele des DFB-Pokals (am 30. Mai in Berlin gegen Bayer Leverkusen) und das UEFA-Cups (am 20. Mai gegen Schachtjor Donezk).

Mit einem Sieg in einem der beiden Finals würde Werder unter Schaaf nicht nur den vierten großen Titel nach den DFB-Pokal-Siegen 1999 und 2004 sowie der Meisterschaft 2004 feiern, sondern sich für die kommende Saison doch noch für den UEFA-Cup-Nachfolger Europa League qualifizieren.