2009.05.12 Neuss : Mavericks erzwingen Spiel fünf gegen Nuggets

Die Dallas Mavericks feierten mit dem 119:117 den ersten Sieg im achten Saisonduell mit den Denver Nuggets und retteten sich in der zweiten Runde der Play-offs in Spiel fünf.

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Erfolgreichster Werfer: Dirk Nowitzki

Kein Jubel, keine Siegerfaust, nicht mal ein kurzes Lächeln: Auf dem schnellsten Weg verließ Dirk Nowitzki die Bühne seines spektakulären Auftritts. Fast im Alleingang hatte der Basketball-Superstar das Aus der Dallas Mavericks in der zweiten Play-off-Runde gegen die Denver Nuggets verhindert und 44 Punkte sowie 13 Rebounds zum 119:117-Sieg beigesteuert. Es schien, als wollte sich "Big D" den Frust der vergangenen Tage mit den Turbulenzen um seine inhaftierte Lebensgefährtin Crystal Taylor von der Seele spielen.

Noch Minuten nach der Schlusssirene feierten die Fans der Mavericks ihren "Helden" und einen Sieg, der nach einem 0:3-Rückstand in der "best of seven"-Serie für einen Hoffnungsschimmer sorgte. "Noch haben wir unseren Job nicht getan, es war ein winziger Schritt", sagte Nowitzki später mit dem Hinweis auf Spiel fünf am Mittwoch in Denver.

Derweil haben die Cleveland Cavaliers in der Eastern Conference das Finale erreicht. Bei den Atlanta Hawks gewannen die Cavaliers im vierten Spiel 84:74 und zogen ohne Niederlage in die nächste Runde der Play-offs ein. LeBron James war mit 27 Punkten bester Werfer der Cavaliers, die sich bereits in der ersten Runde mit 4:0 gegen die Detroit Pistons durchsetzten.

"Gehört zu den ganz Großen der Liga"

Ausgerechnet in der "schwersten Woche meines Lebens" spielte Nowitzki wie entfessselt auf und stemmte sich gegen den drohenden K.o.. "Was er gespielt hat, war einfach fantastisch. Er gehört eben zu den ganz Großen dieser Liga", sagte Mavs-Coach Rick Carlisle. Allein 19 Punkte erzielte Nowitzki im vierten Viertel (29 in der zweiten Hälfte) und zeigte bei seinen zwei Freiwürfen 8,3 Sekunden vor dem Ende Nerven wie Drahtseile.

Zwar gelang es noch nie einem NBA-Team in den Play-offs nach einem 0:3-Rückstand doch noch die nächste Runde zu erreichen, doch für Nowitzki ist das Rennen noch nicht gelaufen. "Wir blicken nur noch nach vorn. Wir müssen in Denver unsere Waffen genauso optimal einsetzen und wieder mit dieser Aggressivität spielen. Wenn wir mit einem Sieg wieder nach Hause kommen, dann wird man sehen, was passiert", meinte Nowitzki.

Hoffnung ruht auf Nowitzkis Schultern

Auf Nowitzki ruhen ungeachtet seiner privater Probleme die Hoffnungen auf den großen Coup. Insgesamt 77 Punkte und 29 Rebounds stehen für den 30-Jährigen nach den beiden Heimspielen der Mavericks gegen Denver (105:106 am vergangenen Samstag) in der Statistik. "Das allein spricht für sich", sagte Coach Carlisle und Josh Howard, mit 21 Punkten zweitbester Werfer der Mavs, ergänzte: "Wir werden um unsere winzige Chance kämpfen, denn wir haben nichts mehr zu verlieren."

Nach der Schlusssirene am Montag dominierte Nowitzkis Ein-Mann-Show anstelle der privaten Lebenskrise die Berichte in den US-Gazetten, was vielleicht auch als Zeichen des Respekts vor dem NBA-Star zu interpretieren ist. Kaum ein Wort über die vermeintliche Verlobte, die am vergangenen Mittwoch von FBI-Beamten wegen diverser Vergehen verhaftet wurde.

"Ich lese im Moment keine Zeitung, ich habe mit mir selbst genug zu tun", meinte Nowitzki, der angeblich bereits aus seiner Villa im noblen Vorort Preston Hollow ausgezogen ist.