2009.05.15 Neuss : Italien vor der Brust, Finale im Blick

Im Halbfinale trifft die deutsche U 17-Auswahl bei der Heim-EM heute auf Italien. Trainer Pezzaiuoli warnt vor dem Spiel gegen den Weltmeister-Nachwuchs vor zu großer Euphorie.

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Die deutsche U17 will gegen Italien den Endspiel-Einzug feiern

Die deutschen U17-Fußballer haben den Nachwuchs von Weltmeister Italien im Halbfinale vor der Brust, wähnen sich aber bereits im Endspiel der Heim-EM. "Ich glaube, das Finale wird Deutschland gegen Holland heißen", sagte Stürmer Lennart Thy dem kicker vor dem Match gegen die "Squadra Azzurra" am heutigen Freitag in Dessau (17.45 Uhr/live bei Eurosport). Das zweite Halbfinale bestreiten die Niederlande und die Schweiz in Grimma (11.00 Uhr).

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer nimmt den talentierten Angreifer von Werder Bremen auch gleich in die Pflicht. "Die Italiener werden kompakt stehen. Da müssen wir unsere eigene Torgefahr durchsetzen", sagte der Ex-Nationalspieler und stellte klar: "Das Halbfinale sollte nicht das Ende eines Turniers sein. Wir sind von unserem Weg überzeugt und haben hohe Ansprüche."

Pezzaiuoli: "Müssen hoch konzentriert sein"

Dennoch muss Trainer Marco Pezzaiuoli seine Schützlinge nach bisher drei Turniersiegen und nur einem Gegentor vor zu großer Euphorie warnen: "Wir müssen hoch konzentriert sein, um ins Endspiel zu kommen. Die Italiener sind taktisch sehr gut ausgebildet und es ist sehr schwer, gegen sie einen Treffer zu erzielen."

Pezzaiuolis Ansage widerspricht zumindest die Statistik. Italien hat in seinen drei Spielen bereits vier Gegentore kassiert, davon allein drei gegen den Gruppensieger Schweiz. Letztmals traf die beiden U17-Teams im vergangenen September in Elversberg aufeinander. Nach Meinung von Abwehrchef Shkodran Mustafi hatten die Italiener beim 0:0 "aber sehr viel Glück".

Buchtmann und Götze sollen für Tore sorgen

Die Hoffnungen in der deutschen Offensive ruhen vor allem auf dem bisher überragenden Christopher Buchtmann sowie dem quirligen Mario Götze. Buchtmann war im letzten Gruppenspiel gegen die Niederlande gesperrt und soll nun die linke Seite mit seinen Dribblings wieder beleben. Beim beeindruckenden 4:0 gegen England hatte der Jungstar des FC Liverpool bereits drei Treffer vorbereitet.

Götze (Borussia Dortmund) wird wieder auf der rechten Seite des Dreier-Angriffs zum Einsatz kommen und soll den gegen Oranje ebenfalls geschonten Mittelstürmer Kevin Scheidhauer (VfL Wolfsburg) bedienen. Der Karlsruher Matthias Zimmermann rückt wieder in die zentrale Position vor der Abwehr.

Gegen die Italiener geht es für die meisten deutschen Talente auch um eine mögliche Auslandskarriere. Zwar spielen alle Stammkräfte im Nachwuchs von deutschen Erst- oder Zweitligisten, doch das große Geld lockt später eher im Ausland.

Neben Buchtmann wird auch Mustafi im kommenden Jahr nach England wechseln. Beim FC Everton will der Innenverteidiger, ausgestattet mit einem Vertrag bis 2012, den Durchbruch schaffen. Der Hamburger SV musste Mustafi Zähne knirschend ziehen lassen. "Bei englischen Klubs können und wollen wir finanziell nicht mithalten", sagte HSV-Nachwuchschef Jens Todt.