2009.05.16 Neuss : Auftakt zum 180-minütigen Herzschlagfinale

Vorhang auf zum vorletzten Akt: Im Mittelpunkt des 33. Bundesliga-Spieltags, der komplett heute ab 15.30 Uhr über die Bühne geht, steht natürlich der Vierkampf um den Meistertitel.

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Wolfsburg geht als Spitzenreiter in den vorletzten Spieltag

Spannung im Titelrennen, Dramatik im Abstiegskampf: Die Bundesliga befindet sich zwei Spieltage vor dem Saisonende in einem Zustand zwischen Nervenkitzel und Schwitzehändchen. An der Tabellenspitze haben noch vier Teams die Meisterschale im Visier, im Keller geht es für sechs Mannschaften ums nackte Überleben. Das Feld für den 90-minütigen Thriller am Samstag ist bestellt.

"Zwei Siege noch und der Drops ist gelutscht", sagt Trainer Felix Magath von Spitzenreiter VfL Wolfsburg vor dem Niedersachsenderby bei Hannover 96 (15.30 Uhr/live bei Premiere) und lässt sich auch nicht davon aus der Ruhe bringen, dass der VfL das Klassement nur wegen der besseren Tordifferenz gegenüber Titelverteidiger Bayern München anführt: "Von mir aus kann auch das entscheidend sein. Ich nehme die Schale auch so."

Heynckes hält sich bedeckt

Die Bayern treten hingegen weitaus weniger fordernd auf. Das Ziel Meisterschaft kommt Trainer Jupp Heynckes nicht über die Lippen. "Wenn man über die ganze Saison hinweg souverän spielt und Spuren in der Liga hinterlässt, kann man anders argumentieren. Aber so steht uns das derzeit besser", meint der Coach vor der Partie bei Herbstmeister 1899 Hoffenheim.

Auch die anhaltenden Spekulationen um mögliche Zugänge soll die Konzentration vor dem Meisterschaftsendspurt nicht stören. "Nach der Partie in Hoffenheim folgt wahrscheinlich das Endspiel gegen Stuttgart. Da spreche ich nicht über Neuzugänge", sagt Manager Uli Hoeneß: "Wir wollen, dass die Mannschaft Meister wird."

Bei Hertha BSC Berlin haben indes der dritte Tabellenplatz und nur ein Punkt Rückstand auf das Spitzenduo Begehrlichkeiten auf mehr geweckt. "Unsere Ziele haben wir bereits erreicht. Jetzt wollen wir die Sahne obendrauf setzen", meint Manager Dieter Hoeneß vor der Partie gegen Schalke 04, auf die die Fans mit 55.000 Liter Freibier eingestimmt werden.

Stuttgart lauert im Windschatten

Im Windschatten von Wolfsburg, Bayern und der Hertha befindet sich auch der VfB Stuttgart weiterhin in aussichtsreicher Position. Zwei Zähler liegen die Schwaben hinter Platz eins zurück. Nach Ansicht von Torhüter Jens Lehmann müsste man aber eigentlich schon jetzt von ganz oben grüßen. "Wenn uns die Schiedsrichter nicht immer benachteiligen würden, wären wir schon jetzt verdient Meister", behauptet der 39-Jährige.

Gegen Energie Cottbus will sich Lehmann mit seinem Team, in das Torjäger Mario Gomez nach überstandenen Adduktorenproblemen wohl wieder zurückkehren wird, aber auch von vermeintlichen Fehlentscheidungen nicht aufhalten lassen: "Für uns geht die Saison jetzt erst los. Bisher war es ein zähes Herantasten - nun können wir noch viel erreichen."

Bei Energie hingegen könnten im Falle einer Niederlage schon die Lichter ausgehen. Zumal man sich fast in sein Schicksal zu ergeben scheint. "Es glaubt doch niemand, dass wir beim VfB in unserer momentanen Verfassung etwas holen", sagt Torhüter Gerhard Tremmel, kassierte für seine Äußerung aber intern harsche Kritik.

"Endspiel" zwischen Bochum und Frankfurt

Nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge will auch der VfL Bochum im direkten Abstiegsduell mit Eintracht Frankfurt den Hebel umlegen. "Das wird ein klassisches Endspiel", sagt VfL-Manager Thomas Ernst. Zumal auch die Eintracht nach zuletzt vier sieglosen Spielen in Serie weiter um den Klassenerhalt bangen muss.

Bei Borussia Mönchengladbach hat man derweil nach zwei "Last-Minute-Siegen" nacheinander wieder Mut geschöpft und will bei Bayer Leverkusen nachlegen. Arminia Bielefeld reist indes zu einer schwierigen Aufgabe nach Dortmund - zumal der BVB weiterhin darauf hofft, doch noch die Europa League zu erreichen und den Hamburger SV (beim 1. FC Köln) vom fünften Rang zu verdrängen. Nur noch eine theoretische Chance auf den Klassenerhalt hat hingegen Tabellenschlusslicht Karlruher SC, das bei Werder Bremen antreten muss.