2009.05.18 Neuss : Rummenigge sauer auf Lehmann

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge von Bayern München hat Jens Lehmann nach dessen Schiedsrichter-Vorwürfen scharf kritisiert: "Das ist eine Unsportlichkeit allererster Güte"

jjo
Karl-Heinz Rummenigge übt scharfe Kritik an Jens Lehmann

Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat heftige Kritik an Keeper Jens Lehmann vom VfB Stuttgart geübt und dem 39-Jährigen vor dem Spitzenspiel am Samstag bewusste Stimmungsmache vorgeworfen. "Die Trainer und Manager haben sich zuletzt unglaublich zurückgehalten. Jetzt gibt es den Trend, dass Spieler meinen, sich zu Wort melden zu müssen. Er unterstellt den Schiedsrichtern Manipulation und Betrug. Das ist eine Unsportlichkeit allererster Güte. Ich bin gespannt, wie der DFB darauf reagiert", sagte Rummenigge am Montag in München.

Lehmann hatte vor dem Duell am Samstag (15.30 Uhr/live bei Premiere) zwischen dem FC Bayern und den Schwaben zu einem verbalen Rundumschlag ausgeholt und dabei den Schiedsrichtern indirekt unterstellt, Spitzenreiter VfL Wolfsburg und den FC Bayern zu bevorzugen.

Niersbach: "Äußerungen total überflüssig"

"Diese Äußerungen sind total überflüssig", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach zu BILD.de. Der Kontrollausschuss werde aber nicht gegen Lehmann ermitteln.

"Lehmann will Stimmung machen. Das ist ihm am Samstag bei unserem Spiel in Hoffenheim schon gelungen, da hat Herr Weiner einen angespannten Eindruck gemacht", sagte Rummenigge, der die Unparteiischen gleichzeitig aber in Schutz nahm: "Es gibt überhaupt keinen Zweifel an unseren Schiedsrichtern. Wenn Wolfsburg Meister wird, dann nicht wegen irgendwelcher Schiedsrichter-Entscheidungen, sondern weil sie eine fantastische Saison gespielt haben. Das muss man als Spieler, gerade in seinem Alter, akzeptieren. Das gehört zum Fairplay dazu."

Rummenigge: "Würfel zu 99,9 Prozent gefallen"

Die Meisterschaft hakte Rummenigge indes ab. "Wir gehen davon aus, dass die Würfel zu 99,9 Prozent gefallen sind und dass es keine ganz große Sensation geben wird. Das lässt sich Wolfsburg nicht mehr nehmen", sagte der Bayern-Boss vor dem Saisonfinale und dem Wolfsburger Spiel gegen Werder Bremen: "Wir wollen den zweiten Platz sichern, mit dem wir uns direkt für die Champions League qualifizieren. Wenn uns das gelingt, sind wir mit der Saison zufrieden."

An ein Wunder wie im Jahr 2000, als Leverkusen am letzten Spieltag durch eine Niederlage in Unterhaching noch die Meisterschaft verspielte, glaubt Rummenigge nicht: "Man darf nicht vergessen, dass Leverkusen damals auswärts gespielt hat. Außerdem steht Werder Bremen in dieser Woche im UEFA-Cup-Finale und wird wohl nicht ganz taufrisch nach Wolfsburg kommen."

Keine Meisterfeier in München geplant

Deshalb habe es am Montag in einer Vorstandssitzung auch den Beschluss gegeben, erläuterte Rummenigge weiter, dass der FC Bayern in Sachen Meisterschaftsfeier "gar nichts plant. Es wird am Samstagabend nur ein Abendessen im kleinen Kreis geben."

Bis zum Spiel am Samstag wollen sich die Bayern-Bosse auch nicht zu den anhaltenden Personalspekulationen äußern. "Wir werden uns zurückhalten und uns auf das wichtige Spiel gegen Stuttgart konzentrieren. Wir haben dann ab nächste Woche ausreichend Zeit, um uns darum zu kümmern", sagte der Bayern-Vorstand bei der Präsentation einer Partnerschaft mit der italienischen Region Trentino am Montag.

Gomez weiter Spekulationsobjekt

Spekuliert wird weiterhin vor allem mit einem Wechsel von Stuttgarts Torjäger Mario Gomez zum Rekordmeister. Gerüchte gab es am Montag aber auch, dass neben Franck Ribery auch Nationalspieler Philipp Lahm (zum FC Barcelona) die Bayern verlassen wird, wenn die Qualifikation zur Champions League nicht gelingen sollte.