2009.05.19 Neuss : "Großzügige Genehmigungen" für neue Bayern-Spieler

Kräftig Geld in die Hand nehmen will Bayern München bei einer Qualifikation für die Champions League. Nicht auf der Liste steht laut Uli Hoeneß der Stuttgarter Mario Gomez.

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Uli Hoeneß hält an Franck Ribery fest

Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß hat einen Großeinkauf für die neue Saison angekündigt, das angebliche Interesse des deutschen Meisters an Stuttgarts Torjäger Mario Gomez aber dementiert. "Der Name Gomez spielt in unseren Planungen derzeit keine Rolle", sagte Hoeneß am Montag nach einer Aufsichtsratssitzung dem bayerischen Fernsehen.

Abhängig ist die Einkaufstour der ab Sommer von Louis van Gaal trainierten Bayern allerdings vom sportlichen Abschneiden in dieser Saison. "Das hängt alles vom Samstag ab. Wenn wir nicht in die Champions League kommen, werden sich unsere Investitionspläne ziemlich ändern", erklärte Hoeneß vor dem Spitzenspiel am Samstag (15.30 Uhr/live bei Premiere) gegen den VfB Stuttgart.

Qualifikation für die Champions League das Minimalziel

Die Qualifikation für die Königsklasse ist für den derzeitigen Tabellenzweiten das Minimalziel. Es geht dabei im Gegensatz zum UEFA-Cup, der künftig Europa League heißt, um garantierte Mehreinnahmen in Höhe von 20 Millionen Euro. Nur mit einem Sieg gegen den drittplatzierten VfB sind die Bayern sicher in der Champions League dabei. Dann "werden wir auf jeden Fall aktiv".

Der Vorstand habe vom Aufsichtsrat für weitere Zugänge nach Ivica Olic (Hamburger SV/ablösefrei), Anatolij Timoschtschuk (Zenit St. Petersburg/11 Millionen) und Alexander Baumjohann (Borussia Mönchengladbach/ablösefrei) "großzügige Genehmigungen bekommen", betonte Hoeneß nach der knapp fünfstündigen Sitzung, bei der "über Linien gesprochen wurde, um die Mannschaft zu verstärken".

Ribery und Lahm vor dem Absprung

Sollte der Rekordmeister die Champions League jedoch nicht erreichen, drohen sogar einige Abgänge. Mittelfeldstar Franck Ribery kokettiert schon länger mit einem Abschied, obwohl Hoeneß noch einmal deutlich machte, "dass wir ihn nicht abgeben, sondern zu Franck noch den ein oder anderen Spieler holen wollen".

Auch Nationalspieler Philipp Lahm will die Bayern angeblich verlassen, wenn erneut nur der "Cup der Verlierer" (Franz Beckenbauer) auf dem Programm steht. Schon im vergangenen Sommer hatte der Abwehrspieler mit dem FC Barcelona verhandelt.

Rummenigge: "Es gibt keine Ausstiegsklausel"

"Es gibt keinen einzigen Spieler, der eine Ausstiegsklausel hat. Wir haben immer klar gesagt, dass wir keine Spieler abgeben, die uns gut zu Gesicht stehen. Ribery und Lahm stehen uns gut zu Gesicht", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge am Dienstag bei einem Premiere-Termin.

Zu den Sekulationen um Gomez wollte sich der Bayern-Boss am Dienstag nicht äußern. Aber der Nationalspieler, der trotz des Dementis von Hoeneß weiter auf der Münchner Wunschliste steht, wird wohl kaum zum FC Bayern wechseln, wenn die Perspektive nicht stimmt. 35 Millionen soll der VfB-Angreifer kosten.

Entscheidendes Südderby

Entsprechend angespannt blicken die Münchner auch dem Südderby am Samstag gegen Stuttgart entgegen, in dem der Traum von der Champions League platzen könnte. Die Meisterschaft haben die Münchner ohnehin schon mehr oder weniger abgehakt.

Während Rummenigge ("Wenn wir Zweiter werden, sind wir zufrieden") meint, "dass die Sache zu 99,9 Prozent" für den VfL Wolfsburg gelaufen ist und der Titel für Bayern eine "Weltsensation" wäre, glaubt Hoeneß immerhin an eine Chance "von acht bis zehn Prozent". Der Bayern-Manager setzt dabei auf Wolfsburgs Gegner Werder Bremen: "Werder-Trainer Thomas Schaaf ist ein toller Gentleman. Werder wird versuchen, die Saison sportlich zu beenden."

In diesem Zusammenhang konnte sich Hoeneß einen Seitenhieb auf Hannover 96, das am Samstag 0:5 gegen Wolfsburg verloren hatte, nicht verkneifen: "Die waren ja alle schon im Urlaub."