2009.05.21 Neuss : Rosberg im 2. Freien Training eine Klasse für sich

Nico Rosberg hat im 2. Freien Training zum Großen Preis von Monaco die schnellste Zeit auf den Asphalt gezaubert und verwies Lewis Hamilton und Rubens Barrichello auf die Plätze.

bto
Überzeugte auf ganzer Linie: Nico Rosberg

Nico Rosberg hat auch vor der Haustür in Monte Carlo seinem Ruf als Trainingsweltmeister der Formel 1 alle Ehre gemacht. Im freien Training zum Großen Preis von Monaco (Sonntag, 14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL) fuhr der gebürtige Wiesbadener im Williams-Toyota nur wenige Meter von seiner Wohnung entfernt zum vierten Mal im sechsten Rennen des Jahres Bestzeit. "Ich will hier unbedingt aufs Podium", sagte der 23-Jährige: "Ich bin hier aufgewachsen, dies ist meine Heimat."

Die deutsche Titelhoffnung Sebastian Vettel (Heppenheim) wurde im 1. Freien Training von einem Motorschaden gestoppt, kam mit neuem Triebwerk im Red-Bull-Renault anschließend aber noch auf die sechstbeste Zeit des Tages. Im Vorfeld hatte der 21-Jährige mutig angekündigt, den am Donnerstag viertplatzierten WM-Spitzenreiter Jenson Button (Großbritannien/Brawn) "so früh wie möglich stoppen zu wollen". Auch nach dem Training versicherte er: "Wir wollen ganz vorne dabei sein." Button zeigte Respekt: "Sebastian sitzt in einem guten Auto und ist eine echte Bedrohung."

Beim beachtlichen Comeback des zweitplatzierten Weltmeisters Lewis Hamilton (Großbritannien/McLaren-Mercedes) herrschte bei Nick Heidfeld (Mönchengladbach/17.) und Timo Glock (Wersau/18.) dagegen Enttäuschung vor. Adrian Sutil (Gräfeling) kam im Force India auf den 13. Rang.

Wieder Ärger wegen der geplanten Budgetobergrenze

Derweil stellten die Machtkämpfe abseits der Strecke das Geschehen auf dem Straßenkurs im Fürstentum weiter in den Schatten. Ferrari scheiterte mit seinem Eilantrag gegen die Einführung der Budgetobergrenze vor einem Gericht in Paris, erneuerte aber genau wie Toyota wieder unmissverständlich seine Ausstiegsdrohung. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone zeigte sich "besorgt".

Am Freitag wird die Teamvereinigung FOTA tagen, derweil verlieren auch die Fahrer die Lust. Die zweimalige Weltmeister Fernando Alonso drohte am Donnerstag schon mit Abschied, weil er "nicht mit kleinen Teams fahren" will. Hoffnung gibt es derweil für den Hockenheimring. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger stellte finanzielle Hilfe des Landes in Aussicht und will in einem Gespräch mit Ecclestone die Rahmenbedingungen für einen Verbleib der Formel 1 über 2010 hinaus klären.

Auf der Strecke wartet vor allem auf BMW noch viel Arbeit. Robert Kubica hatte nach wenigen Sekunden des zweiten Trainings einen Motorschaden und wurde Letzter. Auch Heidfeld hatte mit zahlreichen technischen Problemen zu kämpfen, hofft aber auf einen baldigen Aufschwung. "Grundsätzlich haben wir von allen Teams den größten Schritt gemacht", sagte er: "Und beim nächsten Rennen in Istanbul wird mit dem Doppel-Diffusor und Kers noch einmal ein großer Schritt möglich sein."

Pech für Vettel

Vettel fährt schon in Monaco erstmals mit "Doppel-D", doch nach 16 Runden am Morgen zog er eine große Rauchwolke hinter sich her und musste die Einheit 27 Minuten vor Trainingsende abbrechen. Im Vorfeld hatte er erstmals davon gesprochen "ein Wörtchen um den Titel mitreden zu können". Glock traut ihm dies zu. "Sebastian und Red Bull können Brawn noch abfangen", meinte er: "Ich glaube sogar, dass sie es sind, die es in Zukunft zu schlagen gilt." Mit seinem Ergebnis am Donnerstag war der Odenwälder nicht zufrieden: "Es war kein einfacher Tag. Es fällt schwer zu sagen, wo wir im Moment stehen."

Weltmeister Hamilton, der im Vorjahr im Fürstentum gewann, sorgte derweil für ein erstes Ausrufezeichen, das Mercedes-Sportchef Norbert Haug indes nicht überbewerten wollte: "Monaco ist ganz anders als alle anderen Strecken und kann daher nur bedingt Aufschlüsse liefern. Ich denke, wir brauchen noch zwei Monate, bis wir dort sind, wo wir sein wollen."