2009.05.22 Neuss : Erneute Ernüchterung bei BMW

Das bislang enttäuschende BMW-Team hat auch in Monaco nicht den erhofften Entwicklungssprung geschafft. Hoffnung macht den Münchenern nur noch ein Performance-Paket für Istanbul.

mch
BMW auch in Monaco mit Problemen

Nach Pleiten, Pech und Pannen will BMW in den Häuserschluchten Monte Carlos die Kurve kriegen. "Wir erleben eine fordernde Phase", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen und versprach vor dem wichtigsten Formel-1-Rennen des Jahres: "Wir werden unser Entwicklungstempo steigern."

In den ersten drei Jahren hatte der Rennstall die Ziele stets erreicht: regelmäßig punkten, Podestplätze einfahren, einen Sieg erringen. Das für 2009, um den WM-Titel mitzukämpfen, werden die Weiß-Blauen definitiv verfehlen.

"Es sieht im Moment nicht so aus, als würde unser Auto hier gut liegen", meinte auch Nick Heidfeld, der das freie Training als 18. und damit Drittletzter abschloss. Dabei war der Mönchengladbacher im Vorfeld noch ausgesprochen optimistisch gewesen. "Grundsätzlich haben wir von allen Teams den größten Schritt gemacht", sagte er: "Und beim nächsten Rennen in Istanbul wird mit dem Doppel-Diffusor und KERS noch einmal ein großer Schritt möglich sein."

Klar war daher im Vorfeld, dass der Stadtkurs in Monaco mit seinen besonderen Begebenheiten keinen genauen Aufschluss darüber geben kann, wie weit die Entwicklung fortgeschritten ist. Dennoch sorgte der Donnerstag noch einmal für Ernüchterung. "Die Leistung des Autos war nicht so, wie sie sein sollte", meinte Theissen.

BMW mit vielen Problemstellen

Und auch dem in dieser Saison noch punktlosen Robert Kubica (Polen) fiel es nach dem neuerlichen Rückschlag schwer, Optimismus zu verbreiten. "Wir sind weit hinten", meinte der 24-Jährige: "Wir haben schon Probleme, wenn auch keine gigantischen." Immerhin berichtete er von fehlender Geschwindigkeit, fehlendem Grip und den Bremsproblemen - von seinem Motorschaden ganz zu schweigen.

Dabei hatte die Saison für Kubica vielversprechend begonnen. Beim Auftakt in Australien lag er auf Platz zwei, bis ihn Sebastian Vettel abschoss. Beim Abbruchrennen in Malaysia holte Heidfeld als glücklicher Zweiter dann immerhin einen Podiumsplatz. Doch als das Duo in Bahrain die beiden letzten Plätze belegte, war BMW am absoluten Tiefpunkt angekommen. Die Piloten nimmt Theissen aber ausdrücklich aus der Schusslinie: "Über sie können wir uns unterhalten, wenn das Auto wieder schneller ist."

Irgendwie über die Runden kommen

Nach dem leichten Aufwärtstrend in Barcelona, gilt es jetzt, in Monte Carlo irgendwie über die Runden zu kommen, ehe in Istanbul das wegweisende Rennen auf dem Programm steht. Bis dahin soll auch das neue Performance-Paket fertig sein.

Klar ist: Der WM-Zug ist abgefahren, und siegfähig ist BMW noch lange nicht. Die Ziele für die bisher verkorkste Saison formuliert Theissen deshalb auch sehr vorsichtig: "Wir wollen am Ende sagen können: Wir hatten einen enttäuschenden Start, aber wir haben das Ding gedreht und sind wieder vorne reingefahren."