2009.05.23 Neuss : Button holt die Pole, Vettel startet von Rang vier

Jenson Button hat sich beim Qualifying zum Grand Prix von Monaco die Pole Position gesichert. Sebastian Vettel geht von Rang vier ins Rennen, Nico Rosberg wurde Sechster.

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Pole-Position für Jenson Button

Sebastian Vettel lächelte gequält und nahm einen kräftigen Schluck aus der Wasserflasche. Im Kampf um den heiß ersehnten Monaco-Sieg muss der deutsche Shootingstar im Red Bull eine Aufholjagd von Platz vier starten. So weit hinten stand der Hesse in dieser Saison noch nie.

Luftsprünge machte dagegen WM-Spitzenreiter Jenson Button. Der Brite raste im Qualifying zum 6. WM-Lauf am Sonntag (14.00 Uhr/live bei RTL und Premiere) durch die Straßenschluchten Monte Carlos im Brawn-Mercedes schon zum vierten Mal in diesem Jahr auf die Pole Position.

Zweitschnellster war Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) im Ferrari vor Geburtstagskind Rubens Barrichello (Brasilien/37) im zweiten Brawn. Nico Rosberg (Wiesbaden), der einen Podiumsplatz im Visier hat, geht im Williams von Rang sechs aus ins Rennen.

Vettel enttäuscht

"Ich habe schon etwas mehr erwartet. Drei Plätze weiter vorne zu stehen, wäre ideal gewesen", meinte der WM-Dritte Vettel, der unter der Woche den Kampf um den Titel für eröffnet erklärt hatte: "Wenn man hier auf der Pole stehen will, braucht man aber eine völlig freie Runde, da muss wirklich alles passen. Monaco ist Millimeterarbeit."

Für das Rennen hofft Vettel, "dass sich die ersten Drei beim Start nicht einig sind und ich dann als lachender Erster aus der ersten Kurve komme. Es wird aber schwer, denn in Monaco ist Überholen fast unmöglich."

Einen neuen Tiefpunkt erreichte BMW. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld wurde 17., Teamkollege Robert Kubica (Polen) war sogar noch einen Rang schlechter. "Das ist enttäuschend. Vor uns liegt viel Arbeit", meinte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

Rabenschwarzer Tag für Toyota

Toyota belegte mit dem Italiener Jarno Trulli und Timo Glock (Wersau) gar die letzten beiden Plätze. Mit beiden Autos in der ersten Runde zu scheitern, passierte in dieser Saison nur zweimal Toro Rosso und zuvor in jedem Rennen Force India. Letztgenannte brachten diesmal beide Autos weiter, Adrian Sutil (Gräfeling) startet von Platz 15.

Einen Rückschlag gab es für Weltmeister Lewis Hamilton. Der Brite setzte seinen McLaren-Mercedes nach einem Fahrfehler in einen Reifenstapel und landete deshalb nur auf Position 16. Wie Glock und Heidfeld, der nach einem Bericht der Bild-Zeitung keine Zukunft mehr bei BMW hat, scheiterte er erstmals in dieser Saison in der ersten Runde.

"Ich habe einen Fehler gemacht und entschuldige mich beim Team", sagte Hamilton, der untröstlich war: "Das ist wirklich sehr, sehr bitter, denn das ganze Wochenende lief es bislang so gut." Auch Heidfeld war niedergeschlagen. "Ich habe das Auto vor dem Qualifying extra nochmal umgebaut, aber das hat leider nichts gebracht", sagte er: "Ich bin enttäuscht, wir sind hier meilenweit von den Punkterängen weg."

Weiter keine Einigung im Machtpoker

Derweil gab es im Machtpoker auch im Spielerparadies Monte Carlo noch keine Gewinner: Nach dem ergebnislosen Sitzungsmarathon zwischen dem Automobil-Weltverband FIA und der Teamvereinigung FOTA wird es zunächst keine weiteren Treffen wegen des Budgetstreits in der Königsklasse des Motorsports geben. Das bestätigte FIA-Präsident Max Mosley, der nun Einzelgespräche mit den Teams suchen will.

Offenbar hat Mosley es geschafft, die Teams durch Eingeständnisse größtenteils hinter sich zu bringen. Über die Einführung einer Budgetobergrenze sind sich die FIA und die Teams mit Ausnahme von Ferrari und Toyota einig. Mercedes, BMW und Renault soll der FIA-Präsident nach Angaben von auto motor und sport durch eine Lockerung des Motorenreglements überzeugt haben. Dagegen soll der Ausstieg von Toyota laut "ams" bereits seit vergangenem Winter beschlossene Sache sein. Man suche jetzt lediglich einen Vorwand, um das zu begründen.

Derweil planen der spanische Rennstall Campos Meta 1 und das USGPE-Team den Einstieg in die Formel 1. Die beiden Teams meldeten sich direkt am ersten Tag der Einschreibefrist für die Saison 2010. Hinter Campos steht der frühere Rennfahrer Adrian Campos.