2009.05.23 Neuss : Ganz Düsseldorf träumt vom Aufstieg

Fortuna Düsseldorf kann mit einem Sieg gegen Bremen II den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt machen, die Verfolger haben sich aber noch nicht aufgegeben.

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Die Spieler von Fortuna Düsseldorf wollen am Wochenende jubeln

Der Champagner steht kalt, die Euphorie ist riesengroß, die Stadt ein rot-weißes Fahnenmeer: Am Ende einer zehnjährigen Odyssee durch die Niederungen des deutschen Fußballs träumt ganz Düsseldorf vom Zweitliga-Aufstieg. "Der Klub stand am Abgrund, jetzt können wir wiederkommen. Der Aufstieg wäre Wahnsinn. Fortuna ist ein schlafender Riese", sagte Ex-Nationalspieler Thomas Allofs dem SID vor dem entscheidenden Spiel gegen Werder Bremen II.

Ein Sieg (heute, 13.30 Uhr/live als Konferenz in den dritten Programmen der ARD) würde dem langjährigen Bundesligisten den direkten Aufstieg sichern. Die 51.000 Eintrittskarten für das wichtigste Spiel der jüngeren Vereinsgeschichte sind verkauft, der Zuschauerrekord für ein Drittligaspiel ist geknackt, Stadt und Fans rüsten sich für die Aufstiegsparty. "Wir haben die Möglichkeit, die Rückkehr in die 2. Liga zu packen. Das wollen wir unbedingt", sagte Trainer Norbert Meier.

"Bremen will nicht absteigen, es wird schwer"

Thomas Allofs versuchte sogar, ein gutes Wort bei seinem großen Bruder Klaus einzulegen. "Wir haben telefoniert, aber die Bremer wollen natürlich nicht absteigen. Es wird schwer." Klaus Allofs, Sportdirektor bei Werder, drückt aber dennoch ein wenig Fortuna die Daumen. "Ich habe immer noch eine enge Beziehung zur Fortuna und wünsche ihr den Aufstieg", sagte der Europameister von 1980 dem SID nach dem UEFA-Cup-Finale in Istanbul.

Der frühere Nationalspieler Gerd Zewe, der mit den Allofs-Brüdern 1979 im Europapokalfinale gegen den FC Barcelona (3: 4 n.V.) stand, wird "wie bei jedem Heimspiel" auf der Tribüne sitzen. In seinen Worten spiegelt sich die Angst vieler Fans: "Die Mannschaft muss mit großer Emotion und unbedingtem Siegeswillen in das Spiel gehen. Sollte dies noch in die Hose gehen, würden wir in ein tiefes Loch fallen. Ich habe viel gelitten die letzten Jahre."

Verfolger sind noch nicht aus dem Rennen

66 Punkte weist Fortuna als Tabellenzweiter auf, ein Unentschieden würde zum Sprung in die Relegation ausreichen. Die Verfolger SC Paderborn (65) und SpVgg Unterhaching (64) aber haben noch nicht aufgegeben. 600 Fans begleiten Paderborn zum Spiel bei den Stuttgarter Kickers, Haching erwartet einen guten Besuch gegen den VfR Aalen. "Wir alle glauben noch daran", sagte Mittelfeldspieler Timo Nagy. Trainer Ralph Hasenhüttl gab sich zurückhaltend: "Ob es etwas zu feiern gibt, weiß allein der liebe Gott. Wenn wir nicht gewinnen, haben wir sowieso keine Chance."

Düsseldorf befindet sich nicht nur sportlich in richtungweisenden Wochen. Am Donnerstag stand ein erstes Informationsgespräch zwischen Fortuna-Präsident Peter Frymuth und dem Frankfurter Geschäftsmann Daniel Jammer an, der eventuell eine größere Summe in den finanziell klammen Verein investieren könnte. Die Parteien vertagten sich zunächst ergebnislos.

Für Gerd Zewe liegt in der Person Jammer eine große Chance. "Was gibt es für bessere Voraussetzungen? Das Stadion ist reif für die Champions League, das Fanpotenzial ist riesig. Hätte ich Geld, ich würde in die Fortuna investieren."