2009.05.23 Neuss : Vier verschiedene Rezepte im Abstiegskampf

Am letzten Spieltag erreicht der Abstiegskampf seinen Höhepunkt. Mönchengladbach reicht ein Punkt, Bielefeld und Cottbus müssen gewinnen, Karlsruhe setzt auf das Prinzip Hoffnung.

mch
Arminia Bielefeld setzt auf den "Retter" Jörg Berger

Bei Borussia Mönchengladbach erteilte Trainer Hans Meyer den Spielern Zeitungsverbot, Arminia Bielefeld setzt auf "Retter" Jörg Berger, Energie Cottbus muss den Absturz ohne Sturm abwenden und den Wiederauferstandenen vom Karlsruher SC bleibt nur das Prinzip "Siegen und Beten". Mit verschiedenen Rezepten und unterschiedlichen Hoffnungen gehen die vier Rivalen heute (15.30 Uhr/live bei Premiere) in den Showdown um den Abstieg aus der Bundesliga.

Die beste Chance auf die Rettung haben die Gladbacher, denen im Borussen-Duell gegen Dortmund ein Punkt reicht, um den Klassenerhalt aus eigener Kraft perfekt zu machen. Doch im BVB trifft Gladbach auf einen hochmotivierten Gegner, der sich für die neue Europa League qualifizieren will. Zudem wirkt bei Gladbach das 0:5 bei Bayer Leverkusen nach.

Meyer hat seinem Team im Vorfeld deshalb Abgeschiedenheit und Ruhe im niederländischen Tegelen verordnet. "Die Spieler sollen sich ganz auf das letzte Spiel konzentrieren", erklärte der 66 Jahre alte Coach, dessen Verbleib in Gladbach noch nicht zu einhundert Prozent sicher ist: "Es geht darum, die Psyche in den Griff zu kriegen."

"Positives Denken" will auch "Feuerwehrmann" Berger der Arminia nach dem 0:6 in Dortmund vermitteln. "Das ist auch für mich eine einzigartige Konstellation. Am letzten Spieltag bin ich noch nie als Retter geholt worden", sagte der Trainerfuchs, der am Dienstag als Nachfolger für den entlassenen Michael Frontzeck vorgestellt worden war und die Spieler vor der Partie gegen Hannover 96 in einem Kurztrainingslager in Marienfeld zusammenzog.

Berger: "Das wichtigste ist der Glaube"

Berger, der sich von seinem jahrelangen Kampf gegen Krebs gut erholt zeigt und im Abstiegskampf schon häufig "Wunder" vollbracht hat, hält die Aufgabe für lösbar: "Das Wichtigste ist der Glaube." Der Rückstand auf Gladbach beträgt drei Punkte und vier Tore. Doch zunächst geht es darum, den direkten Abstieg zu verhindern - und auf der heimischen Alm hat Bielefeld in der Rückrunde noch nicht gewonnen.

Zudem sitzt Cottbus der Arminia bei ebenfalls 27 Punkten und einer um drei Treffer schlechterem Tordifferenz im Nacken. Doch die Lausitzer plagen vor dem Heimspiel gegen DFB-Pokalfinalist Leverkusen ganz andere Probleme. In Dimitar Rangelow, Ivica Iliev und Branko Jelic fallen gleich die drei besten Torschützen verletzt aus.

"Wir werden die Zähne zusammenbeißen und zeigen, was wichtig ist: ein guter Wille und ein gutes Spiel", verkündete Energie-Coach Bojan Prasnikar, der mit den Profis ins Kurztrainingslager nach Bad Saarow gereist war.

Karlsruhe braucht zwar Schützenhilfe, doch die Hoffnung auf das Erreichen der Relegation gegen den Dritten der 2. Liga (28. und 31. Mai) ist bei den Badenern neu entfacht. "Wir haben den schleichenden Tod gestoppt", sagte KSC-Manager Rolf Dohmen nach dem überraschenden 3:1 bei Werder Bremen: "Jetzt haben wir ein wunderschönes Endspiel."

Sollten Bielefeld und Cottbus verlieren, reicht dem KSC gegen Hertha BSC Berlin ein Punkt. Im Fall eines Sieges gegen die Hertha, die sich noch für die Champions League qualifizieren will, dürfen Bielefeld und Cottbus höchstens Remis spielen.