2009.05.24 Neuss : Kiel verschafft sich gute Ausgangsposition

Mit einem 39:34 (18:12)-Sieg hat sich der THW Kiel im ersten Champions-League-Finale gegen Ciudad Real eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in Spanien geschaffen.

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Nikola Karabatic freut sich über die gute Ausgangsposition

Der THW Kiel kann dank eines furiosen Endspurts weiter vom Triple träumen. Nach seinem vorzeitigen Gewinn der deutschen Handball-Meisterschaft und dem Triumph im DHB-Pokal kam der THW bei der Neuauflage des letztjährigen Champions-League-Endspiels gegen Titelverteidiger Ciudad Real zu einem 39:34 (18:12)-Sieg. In den letzten fünf Minuten baute der THW seinen Vorsprung von einem Tor immer weiter aus. Im zweiten Duell am kommenden Sonntag in Spanien wartet aber noch eine schwere Aufgabe auf den deutschen Rekordmeister.

"Das ist ein tolles Resultat. Die letzten fünf Minuten waren perfekt. Ich hoffe, dass das Ergebnis für das zweite Spiel reicht", sagte Vid Kavticnik, der an seinem 25. Geburtstag gemeinsam mit Filip Jicha mit jeweils neun Toren bester Werfer der Gastgeber war.

Für den spanischen Meister, der die Champions League 2006 und 2008 gewann, traf Jerome Fernandez (8 Tore) am häufigsten. Der THW holte den Titel in der Königsklasse 2007, allerdings wird der Finalsieg gegen die SG Flensburg-Handewitt von der vermeintlichen Manipulationsaffäre überschattet.

Vor 10.250 Zuschauern in der ausverkauften Kieler Halle erwischten die Gastgeber einen starken Start und knüpften fast nahtlos an ihre bisher überzeugenden Heimspiele in der Champions League an. Den Bundesligarivalen Rhein-Neckar Löwen hatte man im Halbfinale fast überrannt, auch Ciudad Real war in der Hauptrunde beim THW ohne Chance und unterlag mit 26:33. Offenbar waren diese Resultate zunächst noch in den Hinterköpfen der Spieler. Bereits nach zehn Minuten führten die Kieler mit fünf Toren Vorsprung.

Omeyer glänzt mit starken Paraden

In der Folgezeit leistete man sich dann jedoch einige unkonzentrierte und überhastete Aktionen, so dass die Spanier nach 18 Minuten ausglichen. Der THW zeigte sich davon aber nicht geschockt, fing sich umgehend und zog bis zur Pause sogar auf sechs Treffer davon. In der Offensive war gegen die Durchschlagskraft von Jicha in dieser Phase kaum ein Kraut gewachsen, in der Defensive zeichnete sich Keeper Thierry Omeyer durch zahlreiche gute Paraden aus.

Nach dem Seitenwechsel musste der deutsche Rekordmeister die Gäste dann aber wieder herankommen lassen. Zu allem Überfluss verabschiedete sich Kreisläufer Markus Ahlm nach seiner dritten Zeitstrafe frühzeitig in die Kabine (40.). Die temporeiche Partie entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch, bei dem sich Kiel erst in der Schlussphase wieder absetzte.

Durch ihren Erfolg erhielten die Kieler weiterhin die Chancen auf einen deutschen Durchmarsch in der laufenden Europapokal-Saison. Während die Kieler auf den Sieg in der Champions League hoffen, liegen auch die HSG Nordhorn und der VfL Gummersbach in ihren internationalen Finals nach dem Hinspiel aussichtsreich im Rennen. Im Pokalsieger-Cup besiegte Nordhorn daheim BM Valladolid in eigener Halle mit 31:30, für den VfL sieht es nach einem 29:28-Auswärtssieg im EHF-Pokal-Endpsiel beim slowenischen Spitzenklub RK Gorenje Velenje sogar noch besser aus.