2009.05.24 Neuss : Schwick: "Das war ein bitterer Tag für Arminia"

Heftigen Gegenwind spürt Hans-Hermann Schwick nach dem siebten Abstieg der Arminia. "Ich habe immer gewarnt, dass die Mannschaft falsch zusammengesetzt ist", betont der Präsident.

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Ratlosigkeit bei Hans-Hermann Schwick (l.)

Arminia Bielefeld am Boden, die Fans auf den Barrikaden: Nach dem siebten Abstieg der Vereinsgeschichte herrscht in Ostwestfalen Ratlosigkeit. "Vielleicht hätte ich früher auf den Tisch hauen müssen", meinte der in die Kritik geratene Präsident Hans-Hermann Schwick im Interview.

Frage: "Die Fans wollten den VIP-Raum stürmen, fordern "Vorstand raus". Können Sie die Wut verstehen?"

Hans-Hermann Schwick: "Ja. Das ist eine Reaktion, die verständlich ist. Das war ein bitterer Tag für Arminia, der bitterste Abstieg, den ich bisher mitgemacht habe."

Frage: "Welche Fehler wurden in der Vereinsführung begangen? Auf einem Transparent stand: "Kentsch und Schwick brechen uns das Genick!"

Schwick: "Ich ziehe mir diesen Schuh nicht an mit der verfehlten Personalpolitik. Ich habe immer gewarnt, dass die Mannschaft falsch zusammengesetzt ist."

Frage: "Die Offensivschwäche war das größte Problem. Die Arminia hat vier Siege auf dem Konto, jedes andere Team mindestens sieben."

Schwick: "Die Tabelle lügt nicht. Wir haben die Offensive vernachlässigt. Es ist unglaublich bitter. Noch im Winter habe ich zwei Offensive gefordert. Da hätte die sportliche Leitung reagieren müssen. Wir haben halt nur einen Artur Wichniarek."

Frage: "Das ist deutliche Kritik an Sport-Geschäftsführer Detlev Dammeier."

Schwick: "Wir müssen uns jetzt zusammensetzen und über Konsequenzen sprechen. Vielleicht hätte ich schon früher auf den Tisch hauen müssen."

Frage: "Wären finanzielle Mittel für Transfers verfügbar gewesen?"

Schwick: "Wir hatten auf jeden Fall Spielräume. Der Etatrahmen wurde vor der Saison nicht ausgeschöpft."