2009.05.28 Neuss : Haas in Runde drei, Beck ausgeschieden

Tommy Haas hat nach seinem Fünf-Satz-Sieg gegen den Argentinier Leonardo Mayer die dritte Runde bei den French Open erreicht. Andreas Beck musste sich Marc Giquel geschlagen geben.

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Tommy Haas musste trotz einer 2:0-Satzführung noch zittern

Tommy Haas rettete sich mit zitternder Hand weiter, Andreas Beck versagten im entscheidenden Moment die Nerven: Während der 31 Jahre alte Haas nach einem Fünf-Satz-Kampf zum insgesamt sechsten Mal in die dritte Runde der French Open einzog, musste der acht Jahre jüngere Paris-Debütant aus Ravensburg nach zwei Spielen seine Koffer packen.

Beck unterlag gegen Rainer Schüttlers Erstrundenbezwinger Marc Gicquel aus Frankreich 4:6, 7:6 (8:6), 6:7 (3:7), 5:7. Haas quälte sich beim 6:3, 7:6 (7:2), 3:6, 4:6, 6:3 gegen Qualifikant Leonardo Mayer aus Argentinien trotz 2:0-Satzführung über fünf Durchgänge. Nach 3:28 Stunden reckte er die rechte Faust nach oben und schrie mit einem lauten "Ja" seine Erleichterung heraus.

"Der prügelt ganz schön gegen den Ball"

"Das war haucheng am Ende", sagte Haas. Sein nächster Gegner ist Jeremy Chardy aus Frankreich, dann vermutlich auf einem der größeren Plätze in Roland Garros. "Chardy hat eine unmenschliche Vorhand, der prügelt ganz schön gegen den Ball", sagte Haas.

Neben dem gebürtigen Hamburger hat damit nur noch Philipp Kohlschreiber (Augsburg) die Chance auf den Einzug in Runde drei. Sein Match gegen den früheren Paris-Sieger Juan Carlos Ferrero aus Spanien musste am Donnerstagabend beim Stand von 6:4, 2:6, 6:4, 6:7 (3:7) wegen der einsetzenden Dunkelheit vertagt werden. Die weiteren elf gestarteten deutschen Profis waren bereits zuvor ausgeschieden.

"Ich verstehe das einfach nicht"

"Die pure Enttäuschung" verspürte nach seinem unglücklichen Aus Andreas Beck. Dabei ärgerte er sich auch über Gicquel, der ihn nach einigen engen Bällen zwischendurch als Betrüger bezeichnet hatte. "Ich verstehe das einfach nicht, am besten ist, wir sprechen gar nicht mehr darüber", meinte Beck, der sich spielerisch nichts vorzuwerfen hatte.

Haas sah gegen Leonardo Mayer, den er "noch nie vorher gesehen hatte", schon wie der sichere Sieger aus. Doch dann brachte er sich mit zunehmender Fehlerzahl gegen einen stärker werdenden Gegner selbst aus dem Konzept. Haas: "Mein Kopf ging dann wieder irgendwo anders hin und es war schwer, wieder ins Spiel zu finden."

Erst mit dem Break zum 5:3 im Entscheidungssatz hatte er den Widerstand gebrochen. Gegen Chardy hat er das bislang einzige Aufeinandertreffen in diesem Jahr in Delray Beach auf Hartplatz in zwei Sätzen verloren.