2009.05.29 Neuss : Leonardo im An-, Kaka vor dem Abflug

Der frühere brasilianische Nationalspieler Leonardo soll Carlo Ancelotti als Trainer des AC Mailand beerben. Derweil buhlt Real Madrid um dessen Mittelfeldstar Kaka.

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Der Manager soll Trainer werden: Leonardo

Beim italienischen Erstligisten AC Mailand geht die Ära von Trainer Carlo Ancelotti nach acht Jahren zu Ende, außerdem bahnt sich ein spektakulärer Transfer von Superstar Kaka zu Real Madrid an. Klubchef Adriano Galliani will laut der Tageszeitung Gazzetta dello Sport bereits am Montag den bisherigen Milan-Manager Leonardo zum neuen Trainer des viermaligen Weltpokal-Gewinners ernennen.

Über den Wechsel des brasilianischen Mittelfeldspielers Kaka ist die Entscheidung dagegen noch längst nicht gefallen. Die "Königlichen" aus Spanien bieten laut der Tageszeitung La Repubblica 68 Millionen Euro. Das Angebot ist für Klubbesitzer Silvio Berlusconi allerdings verlockend, da den Klub Schulden in Höhe von über 66 Millionen Euro drücken. "Diesmal muss ich Kaka verkaufen", sagte Berlusconi.

Kaka selbst meinte, dass er gern in Mailand bleiben würde. Anfang des Jahres hatte Manchester City 110 Millionen Euro geboten. Milan erklärte sich zu Verhandlungen bereit, der 26-Jährige sprach sich aber für einen Verbleib aus. Galliani erklärte: "Wir werden über Kakas Zukunft nach Ende der Meisterschaft am Sonntag reden."

Der 49-jährige Ancelotti war nach dem verpassten Meistertitel mit Berlusconi in Konflikt geraten und soll laut Medienberichten bereits einen Vorvertrag mit dem FC Chelsea, dem Klub von Michael Ballack, unterzeichnet haben. Mit dem Trainerwechsel erhofft sich Berlusconi nach einer enttäuschenden Saison eine Wende: "Ich rechne damit, dass Milan wieder auf Top-Niveau kommt. Milan ist die italienische Mannschaft mit den meisten Stars der Welt."

Das Starensemble soll der 39-jährige Brasilianer Leonardo führen. Er spielte zwischen 1997 und 2001 selbst bei Milan und wurde im vergangenen Jahr italienischer Staatsbürger. Der ehemalige brasilianische Nationalspieler trainierte aber bisher noch keine Mannschaft. Einen Spieltag vor dem Saisonende ist Milan Tabellendritter der Serie A.

Berlusconi entschuldigte sich unterdessen bei Kapitän Paolo Maldini, der am vergangenen Sonntag bei seinem letzten Heimauftritt gegen den AS Rom (2:3) von rund 500 Ultra-Fans ausgepfiffen worden war. Maldini hatte sich beklagt, weil ihn der Klub nach den heftigen Pfiffen aus der Milan-Kurve nicht verteidigt habe.