2009.06.01 Neuss : Gummersbach holt EHF-Pokal ins Bergische

Der VfL Gummersbach hat zum zweiten Mal den EHF-Pokal gewonnen. Im Final-Rückspiel besiegte der Traditionsverein den slowenischen Meister RK Gorenje Velenje mit 26:22.

bto
Steuerte sieben Treffer bei: Vedran Zrnic

Um 20.06 Uhr am Pfingstmontag hatte das lange Warten beim Handball-Traditionsverein VfL Gummersbach endlich ein Ende: Als Kapitän Momir Ilic den EHF-Pokal in die Höhe streckte, war das Ende einer 18 Jahre langen Durststrecke offiziell besiegelt. Bei Feuerwerk und Konfettiregen feierte das Publikum in der Kölner Arena seine Handball-Helden, die dem Klub durch das 26:22 (16:8) gegen den den slowenischen Meister RK Gorenje Velenje den lang ersehnten ersten Titel seit der Meisterschaft 1991 und den ersten Triumph im Europacup seit 26 Jahren bescherten.

Nachdem am Sonntag der THW Kiel im Finale der Champions League sowie am Samstag die HSG Nordhorn im Cup der Pokalsieger gescheitert waren, sicherte der Altmeister aus Gummersbach zumindest einen deutschen Titel im europäischen Vereinshandball. Der EHF-Cup ging zum zweiten Mal an den VfL, nachdem der Klub 1982 den damals noch als IHF-Pokal bezeichneten Wettbewerb gewonnen hatte.

"Das tut dem ganzen Verein gut. Das kann ein Signal für die Zukunft sein", sagte Bundestrainer Heiner Brand, der beim Landesmeister-Triumph 1983 selbst noch als Spieler beim VfL am Ball war. "Gummersbach ist ein großer Name, da muss man irgendwann auch solche Erfolge haben", meinte VfL-Trainer Sead Hasanefendic. "Wir haben von diesem Titel geträumt und wollten ihn unbedingt nach Gummersbach holen", sagte der überragende Torhüter Goran Stojanovic, der Feierlichkeiten mit offenem Ende ankündigte: "Wir wissen noch nicht, ob zwei oder zwanzig Stunden.

Gummersbacher Traumstart

Vor 14.231 Zuschauern in der Kölner WM-Arena präsentierten sich die Gastgeber von Beginn an als deutlich aktivere Mannschaft. Die Slowenen agierten vor der beeindruckenden Kulisse zunächst sichtlich nervös und scheiterten bei hektisch abgeschlossenen Angriffen häufig am immer wieder hervorragend reagierenden Stojanovic. Der VfL spielte seine Angriffe souverän zu Ende, nutzte nach Fehlern des Gegners die sich bietenden Konterchancen und zog bis zur 20. Minute auf 11:3 davon.

In der Folge drosselten die Gummersbacher mit dieser komfortablen Führung im Rücken ihr extrem hohes Anfangsstempo, behielten aber gleichzeitig in der Defensive die Oberhand gegen zunehmend ratlos wirkende Velenje-Spieler. Die Hausherren nahmen somit die Acht-Tore-Führung (16:8) mit in die Halbzeitpause.

Torwart Stojanovic überragt

Im zweiten Durchgang wurde der Spielfluss der Gummersbacher zunehmend durch Fouls unterbrochen, da die Gäste versuchten, über verstärkten körperlichen Einsatz ins Spiel zu finden. Doch die Gastgeber zeigten sich von den Bemühungen der Slowenen unbeeindruckt. Frenetisch angefeuert vom begeisterten Publikum hielten die Gummersbacher körperlich dagegen und Velenje bis zum Schlusspfiff weiter auf Distanz.

Szenenapplaus verdiente sich ein ums andere Mal Keeper Stojanovic, der die Gäste mit seinen Paraden zur Verzweiflung trieb. Bester VfL-Werfer waren Vedran Zrnic und Momir Ilic mit jeweils sieben Toren.