2009.06.01 Neuss : Streit zwischen FOTA und FIA geht weiter

Trotz der Einschreibung aller Formel-1-Team für die Saison 2010 geht der Streit zwischen der FOTA und dem Weltverband FIA weiter. Hintergrund ist die geplante Budget-Obergrenze.

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FIA-Präsident Max Mosley will 2009 eine Budget-Obergrenze in der Formel 1 einführen

Die Einschreibung von Ferrari und den anderen Rebellen für die Saison 2010 hat der Formel 1 im Regelstreit eine Atempause beschert, im Hintergrund geht das Ringen um die Zukunft der "Königsklasse" aber weiter. Trotz einer erneuten Ausstiegsdrohung der Top-Teams ist Formel-1-Boss Bernie Ecclestone zuversichtlich, dass es eine Lösung geben wird. "Ich denke, das ist der Beginn von etwas Positivem", sagte der Brite der Times. Und Mercedes-Sportchef Norbert Haug hofft in der FAZ auf ein positives Ende des Endlos-Streits bis zum Stichtag 12. Juni: "Wir sind noch nicht am Ziel, aber auf einem guten Weg."

Die neun Rennställe der Formel-1-Teamvereinigung FOTA (Williams ist vorübergehend suspendiert) hatten sich am Freitag in letzter Minute fristgerecht beim Automobil-Weltverband FIA eingeschrieben - allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Wenn diese nicht erfüllt werden, ist laut Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali die Antwort simpel: "Dann sind die Nennungen der neun Teams nicht gültig."

Auseinandersetzung zwischen Ferrari und Mosley geht weiter

Die italienische Zeitung Tuttosport brachte die Situation auf den Punkt: "Ferrari schreibt sich für die WM 2010 ein, doch der Krieg mit Max Mosley geht weiter. Jeder Vermittlungsversuch ist gescheitert."

Eine offizielle Reaktion der FIA um ihren Präsidenten Max Mosley gibt es bislang nicht, es ist aber zumindest fraglich, dass er sich auf die von der FOTA diktierten Bedingungen komplett einlässt. Die Teams hatten gefordert, dass bis zum 12. Juni ein neues Concorde Agreement - die Verfassung der Formel 1 - unterschrieben sein müsse. Zudem sollen 2010 die Regeln von 2009 gelten.

Einvernehmen über eine Budgetgrenze, die es nach Meinung von Ecclestone "sicher geben wird", besteht längst noch nicht. Mosley hatte eine solche Grenze gefordert und zuletzt eine schrittweise Einführung angeboten. In einem Kompromissvorschlag war zuletzt von angeblich 100 Millionen Euro für 2010 die Rede. 2011 sollten dann die von dem Briten ursprünglich geplanten 45 Millionen Euro eingeführt werden.

Wortführer Ferrari ist weiter rigoros gegen eine Budgetgrenze. "Die Tatsache, dass wir die Regeln von 2009 als Grundlage haben möchten, belegt, dass wir keine Budgetgrenze haben wollen", sagte Domenicali und forderte eine Kostenkontrolle durch die FOTA selbst. Vizeweltmeister Felipe Massa meinte, dass die "Formel 1 ohne Ferrari ein anderer Sport wäre, ohne die gegenwärtige Faszination".

Einigung nicht in Sicht, alles ist möglich

Auch FOTA-Vizepräsident und Toyota-Motorsportchef John Howett drohte erneut mit Ausstieg: "Wenn die Bedingungen nicht stimmen, müssen wir ernsthaft über Alternativen nachdenken."

Das Tauziehen zwischen FOTA und FIA geht weiter, von einer Einigung bis hin zum Ausstieg von Herstellern wie Ferrari, BMW, Renault oder Toyota ist weiter alles möglich. Die italienische Zeitung Corriere della Sera kommentierte: "Die Teams versuchen, Mosley außer Gefecht zu setzen. Der Ausgang dieses Kriegs ist noch ungewiss. Der Fall ist keineswegs abgeschlossen, die Schlacht ist nur verschoben worden."