2009.06.07 Neuss : Hoeneß-Aus bei Hertha immer wahrscheinlicher

Ein vorzeitiges Ende von Manager Dieter Hoeneß bei Hertha wird immer wahrscheinlicher. Hoeneß und Präsident Werner Gegenbauer können sich im Streit um Kompetenzen nicht einigen.

ssc
Dieter Hoeneß

Für Manager Dieter Hoeneß wird ein vorzeitiges Ende bei Bundesligist Hertha BSC Berlin nach knapp 13 Jahren immer wahrscheinlicher. Auch am Sonntag konnte der Klub im Dauerstreit zwischen Präsident Werner Gegenbauer und dem Manager zunächst keine Einigung verkünden. Das vorzeitige Aus des 56 Jahre alten Hoeneß, der noch Vertrag bis zum 30. Juni 2010 hat, rückt offenbar näher.

"Ich hoffe auf eine einvernehmliche Lösung", sagte Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Schiphorst am Mittag. Am Sonntag sollen sich Hoeneß und Gegenbauer zu einem Gespräch getroffen haben. Der langjährige Manager soll Kompetenzen an Nachfolger Michael Preetz abtreten. Wenn nicht, droht ihm angeblich das Aus. Hoeneß selbst wollte sich am Sonntag zum Stand der Verhandlungen nicht äußern.

Der Verein ist zum Handeln gezwungen, da Hoeneß intern große Probleme mit Gegenbauer und auch Trainer Lucien Favre hat. In der nächsten Zeit stehen wichtige Entscheidungen bei Transfers an. Favre hatte zuletzt in Personalfragen vermehrt über Hoeneß geklagt. Das Präsidium befürchtet, dass der Coach dem Werben anderer Klubs erliegt und Hertha verlässt.

In den Gesprächen zwischen Gegenbauer und Hoeneß dürfte es nur noch um die Höhe der Abfindung gehen. Angeblich soll Hoeneß im Falle einer einvernehmlichen Trennung 1,2 Millionen Euro erhalten. Sollte keine Einigung erzielt werden, könnte der Klub seinen Manager mit dessen Festgehalt für ein Jahr von rund 700.000 Euro auszahlen.

Die Nachfolge von Hoeneß ist geregelt. Den sportlichen Bereich soll Ex-Profi Michael Preetz übernehmen. Der 41 Jahre alte ehemalige Torjäger wurde bei einem Auswahlverfahren für Führungskräfte für geeignet befunden. Auch Klub-Jurist Jochen Sauer und drei weitere Kandidaten bestanden den Test. Hertha will die Machtfülle gemäß moderner Führungsstrukturen auf mehrere Schultern verteilen.