2009.06.12 Neuss : Blatter kann Wirbel um Ronaldo nicht verstehen

Trotz Wirtschaftskrise hat sich Joseph S. Blatter positiv über das Rekordangebot für Cristiano Ronaldo geäußert. Der FIFA-Präsident sieht darin eine "Nachfrage an Stars" bestätigt.

asc
Fifa-Präsident Joseph S. Blatter

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter kann die Aufregung um das Rekordangebot von Real Madrid für Superstar Cristiano Ronaldo nicht verstehen. "Was bedeuten schon 80 Millionen Pfund, wenn vor zehn Jahren schon einmal ein Spieler mit demselben Namen für 50 Millionen Dollar den Klub gewechselt hat? Es bedeutet doch nur, dass weiterhin eine große Nachfrage an Stars da ist", sagte der Schweizer auf einer Pressekonferenz am Rande des Konföderationen-Pokals in Johannesburg und sprach damit den Wechsel des Brasilianers Ronaldo an, der 2002 für 45 Millionen Euro von Inter Mailand zu Real transferiert worden war.

Real hatte jüngst ein Angebot von 80 Millionen Pfund, umgerechnet 94 Millionen Euro, an Manchester United für Cristiano Ronaldo unterbreitet. Der englische Meister akzeptierte das Angebot, derzeit laufen die Vertragsverhandlungen zwischen dem Weltfußballer und den Königlichen.

"Die Leute wollen Stars"

"Wir sind in einer Wirtschaftskrise, aber Fußball ist weiter ein fantastisches Produkt. Ein Produkt, das den Leuten gibt, was sie wollen: Emotionen. Die Leute wollen Stars", sagte Blatter und fügte ein Beispiel an: "Vor zehn Jahren ist ein Picasso für über 100 Millionen bei Sothebys in London verkauft worden. Und was ist mit dem Bild passiert? Sie haben es irgendwo versteckt. Keiner kann es sehen. Ein Fußballer ist ein-, zweimal die Woche zu sehen. Man kann sagen, die Summe für Ronaldo ist zu hoch. Man muss aber auch den Wert des Fußballs in unserer Gesellschaft beachten."

Der Boss des Weltverbandes FIFA nahm damit eine Gegenposition zu Michel Platini ein. Der Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hatte den bevorstehenden Deal als "exzessiv" bezeichnet. Dies sei eine ernsthafte Bedrohung für das Fair Play und das Konzept der Chancengleichheit in den europäischen Klubwettbewerben, sagte Platini.