2009.06.13 Neuss : Werth greift Reit-Verband an

Bei der Reit-DM in Balve hat Isabell Werth die Deutsche Reiterliche Vereinigung angegriffen. Dabei ging es um die Berufung einer DOSB-Kommission zur Aufklärung der Doping-Vorwürfe.

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Isabell Werth

Die fünfmalige Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth (Rheinberg) hat am Rande der Reit-DM in Balve in ungewohnt scharfer Weise die Deutsche Reiterliche Vereinigung FN attackiert. Die Doppel-Weltmeisterin kritisierte die Berufung einer Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zur Aufklärung der Doping-Vorwürfe.

"Das ist doch eigentlich die Aufgabe des Verbandes in Warendorf, schließlich sitzen dort hochbezahlte Herren", sagte Werth. Die FN lässt die Befragung extern vornehmen. Zunächst habe Deutschlands erfolgreichste Dressurreiterin daran gedacht, die am 13. Juli beginnende Befragung abzulehnen. "Doch die Tatsache, dass der Reitsport in der Öffentlichkeit in eine so große Schieflage geraten ist, hat mich dazu gebracht, dort mitzumachen", sagte Werth.

Fragwürdig sei laut Werth auch, dass FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach den Fragenkatalog für die Kommission vorbereite. Eigentlich sei das die Aufgabe der Kommission um den ehemaligen Bundesverfassungsrichter Udo Steiner. Werth wisse nicht, was in der Überprüfung auf sie zukomme, zumal es keinen Tatbestand gebe. Werth: "Ich frage mich, ob wir das mit dem Beichtstuhl vergleichen können oder ob es eine normale Befragung wird."

Lauterbach wies die Kritik der Top-Reiterin zurück: "Ich habe die Reiter in einem Brief gebeten, mir Fragen, die sie zum Vorgehen der Kommisssion haben, zu schicken. Anscheinend haben dies einige falsch verstanden. Den Fragenkatalog erarbeitet natürlich die Kommission selbst."