2009.06.14 Neuss : "In Spanien reden sie von unseren Wunderkindern"

Horst Hrubesch hat für die U21-EM in Schweden den Titel als Ziel ausgegeben. "Alles andere macht keinen Sinn", so der Trainer der deutschen Auswahl.

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Horst Hrubesch fordert den Titel von seiner Mannschaft

Vor dem ersten Spiel der U21-Nationalmannschaft bei der EM in Schweden gegen Topfavorit Spanien spricht Trainer Horst Hrubesch im Interview über gegnerische und deutsche Wunderkinder, die durchwachsene Vorbereitung und die Mission Titelgewinn.

Frage: "Herr Hrubesch im Auftaktspiel der EM in Schweden trifft Deutschland ausgerechnet auf Topfavorit Spanien. Wie groß ist Ihr Optimismus?"

Horst Hrubesch: "Wir haben im Vorfeld klar gesagt, dass wir hier den Titel wollen. Alles andere macht keinen Sinn. Deshalb ist das das erste Endspiel von hoffentlich fünf."

Frage: "Die Vorbereitung lief aber durchwachsen..."

Hrubesch: "Im Vorfeld wird eine U21 oft stiefmütterlich behandelt. Nun haben wir die Spieler über einen längeren Zeitraum zusammen, und ich bin zufrieden, wie sich alles entwickelt. Es bildet sich langsam eine Hierarchie, alles passt immer besser zusammen. Jeder weiß, dass wir nur als Mannschaft Erfolg haben können."

Frage: "Spanien gilt weiterhin als das Nonplusultra im europäischen Fußball, auch in der Jugend. Wie wollen Sie das Team um Wunderkind Bojan Krkic vom FC Barcelona schlagen?"

Hrubesch: "Wenn man alles zusammenrechnet, sind wir auf Augenhöhe. In Bezug auf die Technik haben wir inzwischen keine Nachteile mehr, bei der Physis vielleicht sogar einige Vorteile. Man muss einfach agieren. Wenn man sie spielen lässt, hat man schlechte Karten. Wenn man die so genannten Wunderkinder attackiert, haben sie auch Probleme. Und überhaupt: Sicher reden wir hier immer von den spanischen Wunderkindern. Aber in Spanien reden sie auch von unseren Wunderkindern."

Frage: "Bundestrainer Joachim Löw wird das Spiel im Stadion verfolgen. Glauben Sie, dass die Spieler dadurch nervöser oder motivierter sein werden?"

Hrubesch: "Stören wird es auf keinen Fall. Ich glaube eher, dass es Motivation sein wird. Wir haben in dieser Mannschaft fünf Spieler dabei, die schon im A-Team zum Einsatz gekommen sind, einige, die in den nächsten Wochen und Monaten folgen werden und sicher auch einige, die bald dort auftauchen werden, obwohl sie jetzt noch keiner auf dem Zettel hat."

Frage: "Wie wichtig ist das erste Spiel für den weiteren Turnierverlauf?"

Hrubesch: "Das erste Spiel kann helfen. Durch einen Sieg kann sich eine Eigendynamik entwickeln, die einen durch das gesamte Turnier trägt. Dass die Mannschaft im Falle einer Niederlage umfallen würde, glaube ich nicht. Dafür ist sie zu gefestigt."