2009.06.14 Neuss : Werth verpasst DM-Titel

Isabell Werth hat einen erneuten Titel bei den Deutschen Meisterschaften in Balve verpasst. Die 39-Jährige musste sich überraschend Matthias Alexander Rath geschlagen geben.

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Isabell Werth wird nur Zweite bei DM

Der Verbal-Attacke folgte der Rückschlag: Die fünfmalige Olympiasiegerin Isabell Werth musste sich bei der Reit-DM in Balve überraschend Matthias Alexander Rath (Kronberg) geschlagen geben. Die 39-Jährige offenbarte bei ihrer Kür mit dem Wallach Warum ungewohnte Schwächen und konnte den Angriff des 24 Jahre alten Youngsters nicht abwehren. Zuvor hatte Werth den Reit-Verband (FN) wegen der Berufung einer externen Kommission zur Aufklärung der Doping-Vorwürfe attackiert.

"Wahnsinn. Dass ich am Ende noch vor Isabell liegen würde, hätte ich nicht gedacht", sagte Rath. Während Werth auf 81,050 Prozentpunkte kam, wurde Raths Vorstellung mit 81,450 Punkten bewertet. "Sterntaler lief ganz hervorragend und war super konzentriert", sagte Rath. Eigentlich hatte der Wirtschaftsstudent nicht mit dem Sieg gerechnet, weil er zurzeit an einer neuen Kür bastelt und noch einmal zur alten Musik einritt.

"Isabell hatte doch einige Wackler", bemerkte Bundestrainer Holger Schmezer, der aber mit dem Ergebnis gut leben konnte: "Jetzt kann es nicht weiter heißen: In Deutschland gibt es nur Isabell Werth." Damit traf Schmezer ins Schwarze, denn auch Ulla Salzgeber (Bad Wörishofen) überzeugte bei ihrem Comeback nach mehrjähriger Pause und belegte mit dem erst zehn Jahre alten Herzruf"s Erbe (80, 100) den dritten Platz.

Bundestrainer zufrieden

"Es ist erfreulich, dass wir so viele starke Kandidaten haben", sagte Schmezer und blickte der EM im englischen Windsor (25. bis 30 August) mit Zuversicht entgegen. Für die letzte Sichtung vor der EM beim CHIO in Aachen Ende Juni nominierte er neben Werth und Rath auch Salzgeber und die zweimalige Team-Olympiasiegerin Heike Kemmer (Winsen/Aller), die in der Kür mit 76,450 Punkten auf Rang vier landete.

Vor ihrem Auftritt im Viereck hatte Werth die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) dafür kritisiert, zur Aufklärung der Doping-Vorwürfe eine externe Kommission zu berufen: "Das ist doch eigentlich die Aufgabe des Verbandes in Warendorf, schließlich sitzen dort hochbezahlte Herren."

Fragwürdig sei laut Werth auch, dass FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach den Fragenkatalog für die Kommission vorbereite. Das sei Aufgabe der Kommission. Lauterbach wies die Kritik zurück: "Ich habe die Reiter in einem Brief gebeten, mir Fragen, die sie zum Vorgehen der Kommission haben, zu schicken. Anscheinend haben dies einige falsch verstanden. Den Fragenkatalog erarbeitet natürlich die Kommission selbst."