2009.06.15 Neuss : Los Angeles Lakers holen 15. Meistertitel

Zum 15. Mal in der Vereinsgeschichte sind die Los Angeles Lakers NBA-Champion. Das Team um Kobe Bryant gewann Spiel fünf bei den Orlando Magic 99:86 und die Finalserie mit 4:1.

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Am Ziel: Lakers-Superstar Kobe Bryant

Vier Jahre nach dem Absturz ins sportliche Niemandsland sind die Los Angeles Lakers im Basketball wieder das Maß aller Dinge. Die Kalifornier gewannen in der Nacht zum Montag bei den Orlando Magic mit 99:86 und behielten damit in der "best-of-seven"-Finalserie um die nordamerikanische Basketball-Meisterschaft mit 4:1 Siegen die Oberhand.

Für die Lakers war es der 15. Titel der Vereinsgeschichte. Mehr haben in der ewigen Bestenliste nur noch die Boston Celtics, die 17-mal Meister waren und die Lakers im Vorjahresendspiel bezwungen hatten.

Jackson neuer Rekordtrainer

Die Lakers-Stars feierten nach der Schlusssirene ausgelassen den Triumph, derweil nahm der Vater des Erfolges die Gratulationen beinahe unbewegt zur Kenntnis. Coach Phil Jackson avancierte mit nunmehr zehn Titeln zum erfolgreichsten Trainer der National Basketball Association (NBA), ließ sich jedoch nur zu einer süffisanten Aussage über seine Pläne für den weiteren Verlauf des Abends hinreißen.

"Ich werde mir eine Zigarre anzünden", sagte der 63-Jährige in Anspielung auf seinen 2006 verstorbenen großen Widersacher Red Auerbach, der im Anschluss an große Siege gerne nach dem dicken Glimmstengel griff. Auerbach, zwischen 1957 und 1966 neunmal Champion mit Boston, galt als einer der größten Kritiker Jacksons ("Er übernimmt immer nur fertige Teams"). Jacksons Mannschaften gewannen zehn der letzten 19 NBA-Titel.

In Spiel fünf des jüngsten Erfolgs stellte Superstar Kobe Bryant mit 30 Punkten sein Gegenüber Dwight Howard (11) deutlich in den Schatten. Für Bryant und die Lakers war es der erste Titel seit sieben Jahren. Der zum wertvollsten Spieler des Finales gewählte Guard streifte sich außerdem erstmals den Meisterschaftsring ohne die Hilfe seines ehemaligen Kumpels Shaquille O'Neal auf den Finger.

Vom Berg ins Tal und zurück auf den Gipfel

"Es ist surreal. Ich war ganz oben auf dem Berg, dann tief in den Niederungen und habe jetzt den Gipfel erneut bezwungen. Diese Meisterschaft ist etwas ganz Besonderes", sagte Bryant mit Blick auf seine bewegte sportliche Karriere. Eine lange und innige Umarmung mit Coach Jackson war zudem ein Indiz dafür, dass jene Animosität, die Jackson im Jahre 2004 aus Los Angeles vertrieben hatte, der Vergangenheit angehört. Jackson hatte den eigenbrötlerischen Bryant damals in einem Buch als "untrainierbar" bezeichnet.

Nach der Rückkehr auf den Zenit gelten die jungen "Korbjäger aus La-La-Land" jetzt als dauerhafter Titelanwärter für die Zukunft. Ob Jackson dabei noch an der Seitenlinie steht, wird zumindest angezweifelt. Trotz eines noch bis zum nächsten Jahr gültigen Vertrages liebäugelt der Anhänger der fernöstlichen Zen-Philosophie wegen gesundheitlicher Probleme mit dem Rücktritt.

Überschattet wurde der Titelgewinn der Lakers von Krawallen in Los Angeles. Bei den Ausschreitungen griffen die Randalierer Polizeikräfte mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern an. Acht Polizisten wurden dabei verletzt. Die Sicherheitskräfte nahmen 18 Personen fest. Die Krawalle waren rund eine Stunde nach dem entscheidenden Sieg der Lakers ausgebrochen. Zuvor waren mehrere tausend Fans nach Spielschluss zur Lakers-Arena geströmt und hatten den ersten NBA-Titel der Kalifornier seit 2002 gefeiert.