2009.06.16 Neuss : Bayern fest entschlossen Ribery zu halten

Der FC Bayern wehrt sich gegen den Weggang von Franck Ribery. Der Vorstand um Karl-Heinz Rummenigge lehnte Angebote von Real Madrid, Chelsea, "ManU" und Barcelona ab.

mby
Frankreichs Superstar Ribery heiß begehrt: FCB will ihn halten

Rekordmeister Bayern München wehrt sich mit aller Macht gegen das Werben von Real Madrid um Franck Ribery und will den Kampf um seinen Superstar noch nicht verloren geben. Er sei "fest entschlossen, alles dafür zu tun", dass Ribery in München bleibt, sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge der Bild-Zeitung. Eine Offerte der "Königlichen" und andere Angebote habe er "abgelehnt, weil wir überhaupt keine Intention haben, Ribery zu verkaufen".

Auch Michael Ballacks FC Chelsea, Englands Meister Manchester United und Champions-League-Sieger FC Barcelona habe er abblitzen lassen, ergänzte Rummenigge. Anstatt den kleinen Dribbler Ribery zu verkaufen, will der Bayern-Boss lieber weiter aufrüsten. Einen Kauf von Torhüter Manuel Neuer von Schalke 04 will er anders als Manager Uli Hoeneß "nicht endgültig zu den Akten legen". Außerdem soll ein Rechtsverteidiger kommen, Jose Bosingwa (Chelsea) sei "Kandidat".

Real erhöht sein Angebot

Obwohl sich Rummenigge im Fall Ribery ziert, will die spanische Sporttageszeitung Marca erfahren haben, dass Real seine Offerte auf 25 Millionen Euro plus die beiden niederländischen Nationalspieler Wesley Sneijder und Rafael van der Vaart erhöht hat. Noch in dieser Woche sei mit einem Abschluss des Wunsch-Transfers zu rechnen.

Real-Sportdirektor Jorge Valdano klingt jedoch lange nicht so optimistisch. Klub-Berater Zinedine Zidane erzähle "Wunderdinge von Ribery. Wir wären auch interessiert, aber diese Geschichte gestaltet sich sehr zäh. Sie wollen ihn nicht verkaufen und haben uns deshalb einen astronomischen Preis genannt", sagte er dem Radiosender Onda Cero. Rummenigge wies diese Darstellung zurück, es gehe den Bayern nicht darum, den Preis in die Höhe zu treiben. "Es ist keine Frage der Summe. Wir haben Franck nicht gekauft, um mit ihm Kasse zu machen. Sondern, um unsere Mannschaft fußballerisch zu verbessern."

Auch die Aussagen von Zidane, er sei bereits zu Gesprächen in München gewesen, verwies Rummenigge ins Reich der Fabel: "Das stimmt nicht. Wenn Zidane sagt, er verhandele mit Ribery, dann kostet mich das ein müdes Lächeln. Nach FIFA-Statuten ist das verboten." Es habe bislang nur eine Anfrage von Real-Präsident Florentino Perez und dessen Berater Pedro Jimenez gegeben. Anders als die drei anderen interessierten Klubs habe Real noch keine konkrete Summe geboten.

Rummenigge sieht Verhandlungen entspannt entgegen

Das ist laut Rummenigge auch nicht erforderlich. "Ich sage es nochmal mit klaren Worten: Wir wollen, dass Ribery bleibt", betonte er - und appellierte an den noch bis 2011 an die Bayern gebundenen Star: "Ein Spieler hat seine Vertragslaufzeit zu respektieren." Dass Ribery sich im Urlaub in Spanien aber mit einem Wechsel beschäftigt, ist längst ein offenes Geheimnis. Chelsea, Manchester und Barcelona haben laut der spanischen Sportzeitung AS dabei schlechte Karten. Das Blatt zitiert Ribery mit den Worten "Madrid - oder gar nichts".

Rummenigge sieht "das Heft des Handelns" jedoch nicht bei dem Profi, sondern "bei Bayern München. Wir gehen ganz relaxed damit um. Er soll jetzt in Ruhe Urlaub machen, sich erholen. Und dann wollen wir mit Franck im nächsten Jahr eine erfolgreiche Saison spielen." Schließlich plane auch der neue Trainer Louis van Gaal mit Ribery.

Bis zum Trainingsauftakt am 1. Juli wird sich Real aber von den Bayern noch einiges anhören müssen. "Die Summen, die da im Moment durch die Gegend fliegen, sind keinem Menschen auf der Straße mehr zu vermitteln", sagte Rummenigge bereits bezüglich des Kaufrauschs des spanischen Rekordmeisters. Die Abösesumme von 94 Millionen Euro für Cristiano Ronaldo von Manchester United und dessen Gehalt von 11,5 Millionen Euro netto seien "zu absurd". Er habe sich deshalb mit UEFA-Präsident Michel Platini kurzgeschlossen. "Wir werden in Sachen Financial Fairplay neue Regeln aufstellen müssen."