2009.06.17 Neuss : Auch Weißrussen können DHB-Team nicht ärgern

Vier Tage nach der vorzeitigen Qualifikation für die EM haben sich die deutschen Handballer durch ein 38:27 (18:12) gegen Weißrussland auch den Gruppensieg gesichert.

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Uwe Gensheimer steuerte zehn Tore bei

Siebtes Spiel, siebter Sieg: Vier Tage nach der vorzeitigen Qualifikation für die EM 2010 haben Deutschlands Handballer ihre weiße Weste gewahrt und sich bereits am vorletzten Spieltag den anvisierten Gruppensieg gesichert. Der Weltmeister von 2007 bezwang in Stuttgart Weißrussland mit 38:27 (18:12). Vor 5900 Zuschauern in der ausverkauften Arena besiegelten Uwe Gensheimer (10 Tore/Rhein-Neckar Löwen), Michael Müller (5/TV Großwallstadt) und Lars Kaufmann (5/TBV Lemgo) den ungefährdeten Erfolg der Mannschaft von Heiner Brand. Der Bundestrainer hatte zuvor in einem Interview seinen Abschied für 2012 angekündigt.

Nach dem Auftritt in Stuttgart war er dann richtig zufrieden: "Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Vor der Qualifikation hatte ich ein paar Bedenken, weil wir viele Verletzte Spieler hatten. Aber wie wir uns geschlagen haben, das war schon toll." Mit 14:0 Punkten ist die DHB-Auswahl vor dem abschließenden Gruppenspiel am Samstag in Rishon Le Zion gegen Gastgeber Israel nicht mehr vom Spitzenplatz der Gruppe 5 zu verdrängen. Mit 14:0 Punkten ist die DHB-Auswahl vor dem abschließenden Gruppenspiel am Samstag in Rishon Le Zion gegen Gastgeber Israel nicht mehr vom Spitzenplatz der Gruppe 5 zu verdrängen. Verfolger Slowenien weist schon vier Verlustpunkte auf. Bereits am vergangenen Samstag hatte sich die deutsche Mannschaft durch ein 38: 30 gegen die Slowenen in Hamburg das Ticket für die EM in Österreich (19. bis 31. Januar) gesichert.

In Stuttgart machte sich das Fehlen von Stammkräften wie Pascal Hens (Fersenverletzung), Holger Glandorf (Hand-OP), Michael Kraus (Knie-OP) oder Torhüter Johannes Bitter (Urlaub) nur selten bemerkbar. Nicht zuletzt dank des treffsicheren Linksaußen Gensheimer stellten die Gastgeber die Weichen für den Sieg schon in der ersten Halbzeit. Binnen sieben Minuten zog das DHB-Team von 10: 7 auf 15:7 (24.) davon. Neben Gensheimer wusste besonders Linkshänder Müller im rechten Rückraum zu überzeugen.

Gelunges Debüt von Groetzki

Aufgrund der deutlichen Überlegenheit gab Brand allen Akteuren Spielanteile. So feierte Rechtsaußen Patrick Groetzki (4 Tore) von den Rhein-Neckar Löwen sein Nationalmannschafts-Debüt. Nach dem Wechsel fielen auch vereinzelte Abstimmungsprobleme im DHB-Team kaum ins Gewicht. Da auch der zu Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselte Torwart Carsten Lichtlein eine starke Leistung zeigte, baute die deutsche Mannschaft ihren Vorsprung erstmals in der 39. Minute auf zehn Tore (25:15) aus.

Brand untermauerte indes seine Absicht, nach dem Ablauf seines Vertrages 2012 als Bundestrainer aufzuhören. "Dann bin ich 40 Jahre im Handball. Das reicht, dann muss ich nicht mehr an der Linie herumhampeln", sagte Brand der Zeitschrift Sport-Bild und träumte von einem besonderen Abgang: "Gold bei Olympia wäre natürlich ein schöner Abschluss." Der 56-Jährige ist seit 1997 für die Nationalmannschaft verantwortlich und schaffte 2007 durch den Gewinn des WM-Titels als Trainer die Wiederholung seines Erfolges von 1978 als Spieler.