2009.06.17 Neuss : FC Bayern macht Tür für Ribery-Wechsel nicht zu

Bayern-Präsident Franz Beckenbauer leitet die nächste Runde im Ribery-Poker ein: "Wenn er unbedingt gehen will, werden wir uns mit dem Thema beschäftigen."

nka
Bayern-Präsident Franz Beckenbauer

Rekordmeister Bayern München bleibt im Ringen um seinen vielfach umworbenen Superstar Franck Ribery hart. "Es gibt vom Vorstand der FC Bayern München AG einen einstimmigen Beschluss, dass der Spieler Franck Ribery nicht zum Verkauf steht", teilte der Klub am Mittwoch in einer offiziellen Stellungnahme zu den anhaltenden Gerüchten um einen Verkauf des Franzosen mit. Die Münchner wiesen zudem einen Bericht der Sport Bild zurück, wonach sie unter bestimmten Umständen bereit sein sollen, Ribery abzugeben: "Das ist eine Falschmeldung und entspricht nicht der Wahrheit."

Das Blatt hatte unter Berufung auf Präsident Franz Beckenbauer berichtet, dass die Münchner auf der jüngsten Aufsichtsratssitzung beschlossen haben, Ribery auf dessen Wunsch die Freigabe erteilen zu wollen.

"Es gibt keinerlei Beschluss des Aufsichtsrats"

Die Bayern stellten nun jedoch klar: "Es gab und gibt keinerlei Beschluss des Aufsichtsrates der FC Bayern München AG, der das Thema eines Verkaufs des Spielers Franck Ribery beinhaltet. " Überhaupt sei die Zustimmung des Gremiums für Spielerwechsel nicht erforderlich, denn: "Der Transfer (Verkauf) eines Spielers bedarf gemäß der Geschäftsordnung des Vorstandes der FC Bayern München AG keiner Genehmigung durch den Aufsichtsrat."

An Ribery sind neben Real Madrid und dem FC Barcelona auch noch Manchester United und der FC Chelsea interessiert. Nach Angaben der spanischen Sporttageszeitung AS soll Madrid sein Angebot auf 55 Millionen Euro erhöht haben. Zuletzt waren von 25 Millionen Euro plus den beiden Real-Spielern Wesley Sneijder und Rafael van der Vaart die Rede. Bayern-Manager Uli Hoeneß bestätigte das Interesse zumindest an Sneijder - sofern sich die Bayern doch zu einem Verkauf Riberys durchringen würden. "Wenn wir nichts machen, und im Moment sieht es danach aus, dann ist das auch kein Thema."

Bayern bleiben an Bosingwa dran

Sollte es bei dem nun erneut abgegebenen Bayern-Veto gegen einen Ribery-Verkauf bleiben, werden die Münchner nur noch einen Transfer tätigen, meinte Hoeneß. "Wir werden dann noch die rechte Verteidigerposition anschauen. Da ist Jose Bosingwa (FC Chelsea, die Red.) sicher ein Mann, der in Frage kommt. Ansonsten wird dann nichts mehr passieren", sagte er.

Das gelte auch für den Posten des Torhüters, obwohl Rummenigge nach wie vor hofft, dass Ligarivale Schalke 04 U21-Nationaltorhüter Manuel Neuer freigibt. Hoeneß betonte jedoch: "Soweit ich das sehe, wird auf der Torwart-Position nichts mehr passieren." Schließlich bleibt Schalkes neuer Trainer Felix Magath in seiner Ablehnung des Transfers hartnäckig. Und auch Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies bekräftigte im Express-Interview: "Keine Chance, Manuel bleibt Schalker. Das ist ein toller Junge, er verkörpert Schalke."

Stürmerstar Luca Toni wird seinerseits bei den Bayern bleiben, obwohl ihm Rummenigge und Hoeneß bei einem Wechsel wohl keine Steine in den Weg legen würden. "Luca ist Spieler des FC Bayern und wird dies auch bleiben. Er bleibt zu 100 Prozent beim FC Bayern", sagte Tonis Berater Tullio Tinti der Münchner tz.