2009.06.19 Neuss : Höhen und Tiefen zum Auftakt des München-Weltcups

Während Marcel Hacker bei seiner Rückkehr in ein Mannschaftsboot um die Finalteilnahme beim Heim-Weltcup der Ruderer in München bangen muss, zeigte sich der Achter souverän.

jsor2
Marcel Hacker (v.) im Doppelvierer

Mäßiger Einstand von Marcel Hacker, souveräne Vorstellung der Achter-Athleten: Für die Flotte des Deutschen Ruderverbandes (DRV) gab es zum Auftakt des Heimweltcups in München Höhen und Tiefen. Der ehemalige Einer-Weltmeister Hacker muss nach seiner Rückkehr in ein Mannschaftsboot nach zehn Jahren um die Finalteilnahme bangen, doch sechs Vorlaufsiege und fünf Finalteilnahmen trösteten DRV-Cheftrainer Hartmut Buschbacher über den zweiten Platz des Doppelvierers hinter Großbritannien hinweg. "Wir können und werden uns steigern", sagte Hacker.

Der Deutsche Ruderverband (DRV) feierte unterdessen beim ersten echten Härtetest der Saison mit acht Vorlaufsiegen einen guten Start in den Heimweltcup. Fünf DRV-Boote haben bereits die Finalteilnahme am Sonntag in den 14 olympischen Klassen sicher. Darunter auch die Olympiazweiten Annekatrin Thiele (Leipzig) und Christiane Huth (Potsdam), die sich im Doppelzweier souverän mit zwei Bootslängen Vorsprung auf Magdalena Fularczyk/Julia Michalska aus Polen durchsetzten.

"Insgesmat guter Auftakt"

"Insgesamt war es ein guter Auftakt, ein paar Sachen wackeln aber noch", sagte Buschbacher, der im Doppelvierer "Abstimmungsprobleme" sah. Die Athleten des neuformierten Deutschland-Achters überzeugten unterdessen mit zwei lockeren Erfolgen im Vierer ohne Steuermann. "Wir wollen allen zeigen, dass wir würdig sind, in den Achter zu gehen", meinte der Mannheimer Filip Adamski. Das DRV-Flaggschiff, das im vergangenen Jahr mit dem letzten Platz bei den Olympischen Spielen in Peking Schiffbruch erlitten hatte, wird erstmals beim Weltcup-Finale in Luzern (10. bis 12. Juli) an den Start gehen.

Schlagmann Hacker muss hingegen mit seiner Crew am Samstag im Hoffnungslauf das Finalticket auf der Regattabahn in Oberschleißheim lösen. "Wir haben den Endspurt versaut, das nehme ich auch auf meine Mütze. Wir werden uns steigern", sagte der Frankfurter. Zu seinem langjährigen Coach Andreas Maul hat der Olympia-Dritte von 2000 keinen Kontakt mehr. "Das ist zwar schade, aber momentan nicht zu ändern", sagte Maul dem Sport-Informations-Dienst (SID). Maul, der Hacker bis zur Trennung im Dezember elf Jahre trainiert hatte, betreut inzwischen den Amerikaner Warren Anderson während seines Europa-Gastspiels.

Thiele/Huth im Doppelzweier gut in Form

In starker Form präsentierten sich auch die Olympiazweiten Annekatrin Thiele (Leipzig) und Christiane Huth (Potsdam), die sich im Doppelzweier souverän mit zwei Bootslängen Vorsprung auf Magdalena Fularczyk/Julia Michalska aus Polen durchsetzten. Für weitere Vorlaufsiege sorgten der Leichtgewichts-Doppelzweier der Frauen, der Männer-Doppelzweier sowie der Leichtgewichts-Vierer der Männer.

In München ist allerdings nur einer kleiner Teil der Weltspitze am Start. Einige Top-Athleten legen nach den Sommerspielen in Peking eine Pause ein, andere starke Nationen werden erst bei den Weltmeisterschaften Ende August in Posen antreten. "Trotzdem ist es eine gute Bewährungschance", meinte Buschbacher, der die DRV-Flotte wieder in die Erfolgsspur führen soll. In Peking waren die deutschen Ruderer erstmals seit 52 Jahren ohne Goldmedaille geblieben.