2009.06.21 Neuss : Bonn erspielt sich Matchball

Die Telekom Baskets Bonn stehen dicht vor dem ersten Gewinn der deutschen Basketball-Meisterschaft. Die Gäste gewannen bei den EWE Baskets Oldenburg 81:78 und führen mit 2:1.

us
Trainer Michael Koch fehlt mit Bonn noch ein Sieg zum Meistertitel

40 Minuten trennen die Telekom Baskets Bonn noch vom größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Der Vizemeister gewann Spiel drei der Finalserie um die deutsche Basketball-Meisterschaft bei den EWE Baskets Oldenburg 81:78 (39:44) und ging in der "best-of-five"-Serie mit 2:1 in Führung. Am Dienstag (18.30 Uhr, live bei Eurosport) hat Bonn in eigener Halle damit Matchball zum ersten Titelgewinn.

"Am Ende ein bisschen glücklich"

"Am Anfang haben wir zu überhastet gespielt, danach dann endlich besser verteidigt. Zugegebenerweise war der Sieg am Ende ein bisschen glücklich", sagte der Bonner Trainer Michael Koch: "Positiv war aus meiner Sicht, dass die Mannschaft nie aufgesteckt hat." Sein Gegenüber Predrag Krunic war dagegen sehr enttäuscht. "Das war wie schon im ersten Heimspiel eine sehr unglückliche Niederlage. Wir haben gut begonnen, in der zweiten Halbzeit dann aber nicht mehr auf einem Top-Level gespielt. Nun wird es am Dienstag natürlich sehr schwer, noch einmal in die Play-offs zurückzukommen."

Vor 3148 Zuschauern in der seit Wochen ausverkauften Oldenburger Arena reichte den Gastgebern eine starke Anfangsphase letztlich nicht zum Sieg. Von der ersten Minute an lagen sie vorn, gestatteten Bonn erst nach fast drei Minuten die ersten Punkte und bauten den Vorsprung zwischenzeitlich bis auf 13 Zähler aus. Die Gäste verkürzten zwar immer wieder, gingen aber erst in der 30. Minute mit 61:60 erstmals in Führung.

Bonn in der Schlussphase körperlich stärker

In den letzten zehn Minuten aber erwiesen sich die Rheinländer als das körperlich stärkere Team, auch bei den Rebounds wuchs die Bonner Überlegenheit immer mehr. Oldenburg kämpfte verzweifelt, doch die Wende wollte nicht mehr gelingen.

Insbesondere in der Defensive wirkten die Gäste kompakter, die Mannschaft von Krunic hingegen erlaubte sich immer wieder überflüssige Ballverluste. Zudem fiel ins Gewicht, dass Oldenburgs Kapitän Jason Gardner nicht seinen allerbesten Tag erwischte und häufig auf der Bank Platz nehmen musste.

Nach dem Seitenwechsel ließen beide Mannschaften zunächst viele leichte Punkte liegen. Problematisch war es für die Platzherren, dass der Serbe Milan Majstorovic nach fünf Fouls in der Schlussphase nicht mehr eingesetzt werden konnte.

Das erste Spiel der Finalserie vor einer Woche hatten an gleicher Stelle die Westdeutschen mit 74:72 für sich entschieden. Oldenburg war vier Tage später durch einen 79:70-Erfolg in Bonn der Ausgleich gelungen.

Paulding sammelt 27 Zähler

Überragender Werfer im Team von Coach Krunic war der US-Amerikaner Rickey Paulding mit 27 Punkten. Erfolgreichster Korbschütze auf Seiten der Rheinländer, die in der Vorschlussrunde den Titelverteidiger und Meisterschaftsfavoriten Alba Berlin aus dem Rennen geworfen hatten, war John Bowler mit 19 Zählern.